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Ex-Landwirtschaftsminister Funke attackiert im stern Nachfolgerin Künast: Vorstellungen zur Ökowende "weltfremd" - Bundestag-Comeback 2002?

    Hamburg (ots) - Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) hat scharfe Kritk an der Politik seiner Nachfolgerin Renate Künast (Grüne) geübt. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagt Funke zu Künasts Ziel, den Anteil des ökologischen Landbaus auf zehn Prozent auszuweiten: "Wenn ich in Ewigkeitskategorien denke, ist so etwas möglich. Wenn ich aber irdische Kategorien ansetze, dann halte ich das für weltfremd. Ich muss ja genug Leute finden, die die Öko-Produkte zu einem höheren Preis auch kaufen. Da habe ich meine Zweifel." Auch den von Künast betriebenen nationalen Alleingang beim Verbot der Hennenhaltung in Legebatterien lehnt Funke ab. Dadurch werde "keine Henne weniger" in diesen Batterien gehalten: "Die Ställe werden in Holland wieder aufgebaut und dann kommen die Eier zu uns rein."

    Erstmals schildert Funke im stern aus eigener Sicht die Umstände seines Rücktritts im Januar dieses Jahres. Dabei deutet der Ex-Minister auch seine Enttäuschung über die Rolle von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an. Es könne zwar "nicht die Rede" davon sein, dass er sauer auf den Kanzler sei. Er habe sich allerdings gefragt, "wie schnell manche vergessen können". Funke weiter: "Als die Agenda 2000 verhandelt wurde, waren es die Regierungschefs, also auch Gerhard Schröder, die mehr in Richtung Agrarindustrie wollten. Und dann sagt er im Bundestag: ‚Weg von den Agrarfabriken'".

    Funke wird möglicherweise schon bald wieder auf bundespolitischer Bühne auftauchen. "Ich überlege, 2002 für den Bundestag zu kandidieren Aber das muss ich erst mit meiner Familie besprechen."

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