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stern: Auch die Deutsche Bahn beteiligt sich wieder am Massentiertransport

stern: Auch die Deutsche Bahn beteiligt sich wieder am Massentiertransport
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Hamburg (ots)

Die Deutsche Bahn beteiligt sich wieder am unter
skandalösen Bedingungen durchgeführten internationalen
Massentiertransport. Das ergaben Recherchen des Magazins stern in
Emden und im kroatischen Hafen Rasa. Die Deutsche Bahn hat den
Schlachtrindertransport innerhalb eines Jahres mit über 35.000 Tieren
fast verdoppelt. 1999 transportierte die Bahn 19.000 Tiere.
Dass die Bahnwagen für den Schlachtviehtransport nicht geeignet sind,
wird von der Deutschen Bahn bestritten. Die Waggons seien "spezielle
Wagen für Tiertransporte" und verfügten über die entsprechenden
Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen, sagte Sabine Großkopf,
Pressesprecherin der DB Cargo, dem stern. Wolfgang Apel, Präsident
des Deutschen Tierschutzbundes, widersprach: "Die Waggons sind
abgeteilt mit Holzpaletten, ohne richtige Lüftung, mit vier alten
Blechfässern als Tränke."
Ein stern-Mitarbeiter, der im November Transporte von
Niedersachsen an die Adria begleitete, schildert seine Beobachtungen
in der neuen Ausgabe des Magazins: "Links und rechts im Wagen standen
je neun Rinder. Abgeteilt war der Waggon durch zwei Holzpaletten mit
einer Aussparung, durch die die Rinder den Kopf stecken konnten, um
an die vier Blechtonnen in der Mitte des Waggons zu kommen. Doch die
Fässer waren schon in Salzburg nur noch halb voll. Manches Tier kam
mit der Zunge nicht mehr ans Wasser." Die Deutsche Bahn sagt dazu,
die Versorgung der Tiere sei "Sache des Verladers".
Auch die Verladung vom Zug auf die Frachtschiffe in den Libanon
oder nach Ägypten verläuft in einer für die Schlachtrinder qualvollen
Prozedur. Bullen, die sich beim Entladen vom Zug die Hüfte brechen,
werden mit einem Tau um den Vorderfuß an Deck gehievt, wobei sie
mehrmals gegen Aufbauten knallen.
Für jedes ausgeführte Rind werden zur Zeit 500 Mark
EU-Subventionen gezahlt. Eine ganze Zugladung belohnt die EU mit rund
190.000 Mark aus der Steuerkasse. Angesichts der BSE-Krise wurde die
Exportprämie erst kürzlich um 15 Prozent erhöht.
Dieses Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.
Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Wigbert Löer (Tel.
040/3703-4409) zur Verfügung. Die Sendung stern-TV wird am
Mittwochabend ebenfalls über die Schlachttiertransporte der Deutschen
Bahn berichten.

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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