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CSU-Vize Horst Seehofer im stern: "Stoiber ist keiner, der nur bei Rückenwind antritt" - Mehr Steueranreize für private Altersvorsorge

    Hamburg (ots) - Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat ausgeschlossen, dass CSU-Chef Stoiber nur bei guten Umfragewerten Kanzlerkandidat der Union werden wolle. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte er: "Edmund Stoiber ist keiner, der nur bei Rückenwind antritt." Auch in Bayern habe es schon einmal eine fast ausweglose Situation mit Umfrageergebnissen unter 40 Prozent gegeben. Da habe Stoiber die CSU zu absoluten Mehrheiten zurückgeführt, "wie wir sie vorher nie hatten". Allerdings, so Seehofer, sei die Kandidatenfrage zur Zeit "das kleinste Problem" der Union.          Seehofer, der auch stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist, lobte die designierte CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Sie habe die Eigenschaften, die für dieses Amt wichtig seien: "Gradlinigkeit, Durchsetzungsvermögen und Standfestigkeit." Da könne man in der Union auch ruhig einmal unterschiedlicher Meinung sein. Seehofer wörtlich: "Dann kracht es hin und wieder, aber das ist gut für den politischen Wettbewerb." Der stellvertretende Parteichef sagte, die CSU-Spitze sei sich völlig einig, "dass wir keine CDU von CSU-Gnaden wollen". Die CSU brauche auch für ihren Erfolg eine starke Schwesterpartei. Deshalb habe man in den vergangenen Monaten auf einen fairen Umgang mit der CDU geachtet. "Auch wenn sich manch' einer kräftig auf die Zunge beißen musste." Auch bei ihm persönlich seien "die Bissspuren noch deutlich zu erkennen".          Den unionsinternen Streit in der Rentenpolitik spielte Seehofer in dem stern-Interview herunter. Das Ziel sei, eine Reform der Alterssicherung nicht für die nächsten drei, sondern für die nächsten dreißig Jahre auf den Weg zu bringen. Unterschiedliche Meinungen seien "da keine Todsünde". Der für Sozialpolitik zuständige Fraktionsvize mahnte aber auch: "Im Handeln müssen wir dann wieder einig sein." Seehofer forderte "mehr private Elemente bei der Rente". Von einer neuen Zwangsversicherung halte er aber nichts. Die steuerlichen Anreize müssten vielmehr so gestaltet werden, "dass es geradezu unvernünftig wäre, sich nicht auch privat zu versichern".          Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Lorenz Wolf-Doettinchem zur Verfügung. Tel. 030-20 22 42 21

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