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Wowereit im stern: Ein schwuler Kanzler wäre möglich - "Merkel als Person ist mir sympathisch"

    Hamburg (ots) - Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit hält die Deutschen für ausreichend tolerant, einen Homosexuellen zum Kanzler zu wählen. "Ich glaube, das wäre möglich", sagte er auf die Frage des Hamburger Magazins stern, ob ein Schwuler Kanzler werde könne. Die deutsche Gesellschaft sei liberaler geworden. Allerdings bekomme er auch noch "genügend Schmähbriefe. Mit sexistischem Inhalt übelster Art", so der SPD-Politiker, der sich auf einem Landesparteitag im Juni 2001 geoutet hatte ("Ich bin schwul, und das ist auch gut so"). "Mein Outing hätte die Öffentlichkeit auch überfordern können. Das war schon ein Risiko", so Wowereit rückblickend.

    In seiner Familie sei dagegen zuvor nie offen über seine Homosexualität gesprochen worden. Seine 1995 verstorbene Mutter habe es gewusst, "davon bin ich fest überzeugt. Aber wir haben nicht darüber geredet. Es war eben kein Thema. Sie wusste es - und fertig", sagte Wowereit dem stern. Sein Lebensgefährte, der Arzt Jörn Kubicki habe ihn bei der Pflege seiner Mutter unterstützt. "Sie mochte ihn. Sie hat ihn ,mein Studentchen' genannt."

    Im stern bekannte sich Wowereit auch zu seiner Sympathie für Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Als Person ist sie mir sympathisch. Über diese Frau ist kübelweise Gülle ausgeschüttet worden. Und sie hat gestanden. Sie hat sich in der CDU-Männerwelt durchgesetzt." Das könne man auch als politischer Gegner anerkennen, "ohne in den Verdacht zu geraten, dass man selber den momentanen Marienkult pflegt".

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