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12.01.2000 – 09:56

Gruner+Jahr, STERN

stern: Thyssen-Provision am Gesetz vorbei an Briefkastenfirmen in Panama geleitet

    Hamburg (ots)

Bei dem Panzergeschäft mit Saudi-Arabien konnte die Thyssen Industrie AG Anfang der neunziger Jahre 220 Millionen Mark Provisionen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, obwohl die wirklichen Empfänger der Finanzverwaltung nicht bekannt waren. Damit wurde gegen geltendes Recht verstoßen, berichtet das Hamburger Magazin stern  in seiner neuen Ausgaben, die am morgigen Donnerstag erscheint.

    Bei der Lieferung von 36 Panzerfahrzeugen nach Saudi-Arabien wurden 1991 Schmiergelder in Höhe von insgesamt 47 Prozent des Auftragswertes verteilt, die damals als "nützliche Aufwendungen" vom Fiskus akzeptiert wurden. Entgegen der geltenden Rechtslage wurden dabei den zuständigen Finanzämtern in Duisburg-Hamborn und Düsseldorf als Zahlungsempfänger von dem Konzern nur die Namen von Treuhändern oder Generalbevollmächtigten genannt, die für Briefkastenfirmen mit Sitz in Panama auftraten. Bei den Briefkastenfirmen hätte die Finanzverwaltung aber die Offenlegung der tatsächlichen Geldempfänger im Ausland mit kompletter Adresse verlangen müssen.

    Monate nachdem der Liefervertrag mit den Saudis unterzeichnet war, legten die Thyssen-Manager den Betriebsprüfern vom Finanzamt sogenannte Marketingverträge vor, in denen die anonymen Geldempfänger für zukünftige Leistungen honoriert wurden, die nichts mit dem Panzergeschäft zu tun hatten.

    Laut Vermerken und Protokollen, die dem stern  vorliegen, haben die Steuerbeamten trotzdem die steuerliche Abzugsfähigkeit anerkannt. Die Steuerbeamten störte offenbar auch nicht die Höhe der Provisionen, die in keinem üblichen Verhältnis zu dem Geschäft stand.

    Schätzungsweise 150 Millionen Mark hätte Thyssen an zusätzlichen Abgaben zahlen müssen, wenn es mit rechten Dingen zugegangen wäre. Politisch verantwortlich für die Düsseldorfer Steuerverwaltung ist Finanzminister Heinz Schleußer, der zugleich im Aufsichtsrat der Thyssen AG sitzt.

    Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei.

ots Originaltext: stern
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Für Rückfragen: stern-Redakteur Leo Müller,
Tel. 0211/35 59 59 22

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