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02.05.2007 – 19:53

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: Arbeitsmarkt = von Friedrich Roeingh

    Düsseldorf (ots)

Was für ein Aufschwung! Der Boom der deutschen Wirtschaft hat nicht nur die größte Steuererhöhung seit Kriegsende klaglos überstanden. Endlich führt die brummende Konjunktur auch zur spürbaren Entlastung am Arbeitsmarkt. Drei Zahlen belegen dies eindrucksvoll: Die Arbeitslosigkeit ist im April auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze 30 Prozent zurückgegangen. Und selbst die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt um zehn Prozent niedriger als noch vor zwölf Monaten. Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt ist also kein Strohfeuer. Und alle Zeichen sprechen dafür, dass dieser Trend anhält. Selbst die bergische Region, der der Strukturwandel in den vergangenen Jahren besonders schmerzlich zugesetzt hat, glänzt mit einer überdurchschnittlichen Erholung am Arbeitsmarkt. Ein wichtiges Signal, dass Wuppertal, Remscheid und Solingen endlich das lähmende Gefühl der Depression überwinden. Ein Selbstläufer ist der Aufschwung am Arbeitsmarkt allerdings nicht. Der Blick zum Nachbarn Frankreich zeigt, dass sich Deutschland viel erfolgreicher als wir uns dies zwischenzeitlich zugestehen wollten auf die veränderten Bedingungen des globalisierten Wettbewerbs eingestellt hat. Das ist vor allem das Verdienst der Tarifpartner. Längere Arbeitszeiten und Gehaltsverzichte haben den Unternehmen geholfen, die Kurve zu kriegen. Aber auch die unbequeme Arbeitsmarktpolitik der Regierung Schröder zeigt nun Wirkung. Die Zeitarbeitsfirmen haben als Erste neue Vollzeitstellen geschaffen, nachdem sie von vielerlei Hemmnissen befreit wurden. Und der Druck auf Arbeitslose, eine neue Beschäftigung anzunehmen, zeigt ebenfalls Wirkung. Kein Grund sich nun zurückzulehnen. Jetzt haben die Tarifpartner und die Bundesregierung die Chance, ihre Erfolge durch eine kluge Politik zu mehren. Konkret heißt das: Die anstehenden Lohnerhöhungen müssen so flexibel gestaltet werden, dass der Aufschwung an kriselnden Branchen und kriselnden Regionen nicht vorbeizieht. Und bei der Entscheidung über Mindestlöhne muss sich die Politik davor hüten, dem Reiz des Populismus zu erliegen.

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