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18.04.2007 – 19:22

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: Kontrolliert die Hochschulen = Von Stephan Malessa

    Düsseldorf (ots)

Der Ärger der Studenten ist verständlich: Seit einem halben Jahr müssen sie fast überall in NRW für ihre Ausbildung zahlen. Damit verbessern sie Lehre und Forschung - so steht es ja im Gesetz. Was gut klingt, ist leider zu schwammig. Denn das Gesetz lässt den Universitäten zu viel Freiraum bei der Entscheidung, was mit dem Geld der Studenten passiert.

    Das muss der NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart ändern. Er muss den Hochschulen vorschreiben, dass sie Prüfungskommissionen einrichten - auch wenn er sich dadurch untreu wird. Denn der FDP-Politiker will die Unis durchlüften und sieht das Heil der Hochschulen in der Freiheit. Der Staat soll ihnen bei Personal und Gebühren nicht mehr reinreden. Angebot und Nachfrage sollen einmal den Strom der Studenten steuern, wenn es nach Pinkwart ginge.

    Doch Studenten denken da pragmatischer. Umfragen zeigen, dass sie die Gebühren so verstehen, wie sie ihnen schmackhaft gemacht wurden: Vorne stecken sie Geld rein, hinten kommt bessere Bildung raus. Das heißt konkret: kleinere Lerngruppen, mehr Bücher und bessere Forschungseinrichtungen. Werbung, Sportgeräte und Kunstrasenplätze, die einige Unis mit den Gebühren bezahlen wollten, gehören nicht dazu.

    Lücken für solche Investitionen lässt das Gesetz aber zu, der Freiheit zuliebe. Die Ankündigung aus dem Ministerium, das Land werde bei Verstößen seine Rolle als Rechtsaufsicht ausüben, ist wohlfeil. Denn die Rechtsaufsicht ist eine Selbstverständlichkeit. Doch die vielen Fragen, die sich bei der Verteilung der Gelder ergeben, kann und soll das Land nicht lösen.

    Besser sind unabhängige Beschwerdestellen. Die sollte das Land anordnen, damit ein Student vor Ort Hilfe bekommt, falls die Universität schuld daran ist, dass sich sein Studium verzögert. Das hatte Pinkwart einmal als "Geld zurück"-Garantie propagiert. Als Anlaufstelle bleiben den Studenten derzeit nur ihre gewählten Vertretungen. Doch die Asten sind mit ihrem Generalprotest gegen die Gebühr beschäftigt. Damit politisieren auch sie an den Wünschen der Studenten vorbei. Auf der Strecke bleibt dabei die Qualität der universitären Lehre und das Geld der Studenten.

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