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Westdeutsche Zeitung: Europa, Russland, Amerika = Von Wolfgang Radau

    Düsseldorf (ots) - Der Zufall führte Regie: Just zu dem Zeitpunkt, an dem sich im jüngsten Nahost-Konflikt die Spirale der Gewalt immer bedrohlicher dreht, sitzen die mächtigsten und reichsten Staaten des Westens am Konferenztisch in St.Petersburg. Aber es dauert einen ganzen, langen Tag, bis die Staats- und Regierungschefs endlich mit einer Stimme sprechen. Dabei ist die Botschaft doch so einfach: Hisbollah und Hamas müssen die Angriffe auf Israel, Israel muss die Angriffe auf Libanon beenden. Und die entführten Geiseln, an denen sich das Feuer entzündet hat, sind freizulassen. Punkt.

    Ob die Botschaft auch die Konfliktparteien erreicht? Wohl erst, wenn die G-8-Staaten deutlich machen, wie sie ihren Forderungen Nachdruck verleihen wollen. Die Diskussion wird länger als jenen einen, langen Tag dauern. Aber fest steht: Mit wackeren österreichischen Uno-Soldaten an der südlibanesischen Grenze ist es diesmal nicht getan. Das hat eine Woche Auge-um-Auge-Krieg deutlich gemacht: Milliardenwerte an Infrastruktur sind in Schutt und Asche gebombt worden - und die Leidtragenden sind vor allem Zivilisten, die sich seit Jahrzehnten nach Frieden sehnen und sogar auf der verzweifelten Flucht an einen ruhigen Platz beschossen werden, den es für sie nicht gibt.

    Mit jedem neuen Bombenschlag wächst die Gefahr, dass der Flächenbrand sich ausweitet. Die Hisbollah setzt inzwischen Raketen mit 350 Kilometern Reichweite ein - iranische Modelle mit syrischer Sprengladung , die ganz Israel bedrohen. Nicht auszudenken, wenn Syrien und der Iran mit in den Konflikt gezogen werden. Und schon gar nicht, wie Israel reagieren könnte, wenn tatsächlich ein   Chemiebetrieb getroffen und eine Umweltkatastrophe ausgelöst wird. Die Hoffnungen der Welt ruhen jetzt auf Europa inklusive Russland plus Amerika.

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