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Westdeutsche Zeitung: zu: Absturz der Lira

Düsseldorf (ots) - Von Annette Ludwig

Rein wirtschaftlich ist der Absturz der türkischen Lira nicht begründbar. Sorgen bereitet zwar die hohe Inflation im Land. Dieser hätte eine unabhängige Zentralbank aber schon längst mit höheren Zinsen entgegenwirken können. Doch Präsident Erdogan passen höhere Zinsen nicht ins Konzept. Er forciert stattdessen das Wachstum, das ihm seine Machtbasis im Volk sichert. Ein Überhitzen der Wirtschaft und Inflation nimmt er billigend in Kauf - dafür macht er dann nicht näher genannte "Staatsfeinde" verantwortlich, "die unsere Wirtschaft angreifen". Zwei weitere Aspekte sprechen dafür, dass die Währungsturbulenzen politisch motiviert sind. Die Lage in der Türkei verunsichert ausländische Investoren. Sie haben das Vertrauen verloren und ziehen ihr Geld ab. Und nun mischt auch noch US-Präsident Donald Trump mit. Die Türkei hat sich seinen Zorn mit der Verhaftung eines US-Pastors zugezogen. All das macht die Gemengelage so gefährlich. Weil sie rational nicht zu lösen ist. Weil ein in die Enge getriebener Präsident Erdogan noch unberechenbarer ist.

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