Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem BVB = Von Matthias Rech

Düsseldorf (ots) - Wer hätte gedacht, dass Fußball-Deutschland in dieser Saison noch einmal auf ein Finale hinfiebert? Nach dem 27. Spieltag vermutlich niemand mehr. Zu dominant, zu unersättlich, zu unerbittlich spielten die Über-Bayern unter dem zum Fußball-Propheten hochgejubelten neuen Trainer Pep Guardiola. Doch dann verkündete eben dieser Tiki-Taka-Messias: "Bundesliga ist vorbei!" Was folgte ist bekannt. Dieser Spruch war der größte Fehler der Saison beim FC Bayern München. Dank ihm ist es möglich, dass gestern in Berlin ein total entspannter Jürgen Klopp über die Chancen seines BVB im DFB-Pokalfinale parliert, als wäre es ein Schaukampf. Borussia Dortmund ist in Topform, selbst die Tatsache, dass Stürmer Robert Lewandowski im Sommer vom Ruhrpott zum Rekordmeister und -pokalsieger wechselt, bringt das schwarz-gelbe Selbstvertrauen nicht ins Wanken. Während der BVB heute also seine Saison krönen kann, denn mehr war - auch wegen der vielen Verletzungen - nicht drin, versuchen die Bayern krampfhaft, sich nicht vom eigenen Anspruchsdenken auffressen zu lassen. Die Meisterschaft, was wäre die nach dem Debakel gegen Real Madrid in der Champions League und einer Niederlage im Pokalfinale gegen den großen deutschen Rivalen noch wert? Es sei auch dann noch "eine gute Saison", beschwört Guardiola und sagt gleichzeitig: "Was letztes Jahr passiert ist, war eine Katastrophe." Er meint die Erwartungshaltung an ihn und seine Mannschaft nach dem Triple-Gewinn 2013. Hinzu kommt, dass Guardiola bis zur Meisterschaft dermaßen in den Himmel gelobt und zum Kult erhoben wurde wie vor ihm nur ein anderer Trainer in der Bundesliga: Jürgen Klopp. Und der scheint jetzt sichtlich zu genießen, dass sein Gegenüber unter Druck steht - und nicht er. Dortmund hat nichts zu verlieren, Bayern viel. Für die Fußballfans, die ihre Leidenschaft schon von der erbarmungslosen Dominanz der Münchener und ihres Trainer-Halbgotts erdrückt sahen, gibt es Hoffnung. Guardiola und die Bayern sind fehlbar. Und der BVB hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Roten zu ärgern. Hartnäckig wie eine Wespe den Picknicker. Wetten, dass sie heute damit anfangen?

Pressekontakt:

Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de

Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: