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Westdeutsche Zeitung: Das Jahr 2014 wird für ganz Europa ein Jahr des Gedenkens = Von Lothar Leuschen

Düsseldorf (ots) - Genug der Rückschauen, der Ranglisten des Jahres, der Stars und Sternchen, die dauerhaft im Rampenlicht standen oder im Strahl der Bühnenscheinwerfer verglühten. Vorbei, vergangen, vergessen.

Volle Kraft voraus ins Jahr 2014, das Jahr der Fußballweltmeisterschaft und das Jahr der Europawahl, vor allem das Jahr der Europawahl. Warum? Weil 2014 auch ein Jahr des Gedenkens sein wird. Der Erste Weltkrieg begann vor 100 Jahren, der Zweite Weltkrieg vor 75 Jahren, und erst vor 25 Jahren wurde in Europa die letzte Wunde geheilt, die der zweite große, fürchterliche Krieg geschlagen hatte. Der Fall der Berliner Mauer wird 25, die Wiedervereinigung ist fast erwachsen, aber immer noch jung genug, um sich an ihre Jugend zu erinnern. Es war eine Zeit, in der Europa im Umbruch war, als die Sowjetunion zerfiel und die Bürger der DDR aufbegehrten gegen ein Regime von Unterdrückern und Profiteuren.

All das hat mit 2014 zu tun, weil Jahreszahlen Gewicht erhalten, wenn sie "rund" sind, und weil das Europaparlament gewählt wird. Dieses Ereignis geht bisher an jedem zweiten Deutschen vorbei. Das zeigt, wie groß die Distanz zwischen der EU und ihren Bürgern ist.

Dabei hat gerade Deutschland der EU viel zu verdanken. Die Rückkehr in die Völkergemeinschaft des alten Kontinents gelang mit Hilfe der Montanunion, aus der letztlich die EU hervorging. Aus Zusammenarbeit wuchs Vertrauen, aus Vertrauen Freundschaft.

Eben diese Freundschaft machte es möglich, dass die Gräben der beiden Weltkriege zugeschüttet wurden, sie machte es möglich, dass auch Frankreich und Großbritannien der Wiedervereinigung Deutschlands zustimmen konnten. Es lohnt sich, im Hinblick auf das Jahr 2014 darauf hinzuweisen. Allen Krisen zum Trotz scheint die Staaten in der Europäischen Union heute viel mehr zu verbinden als zu trennen.

2014 wird ein Jahr des Erinnerns werden. Nicht zuletzt im Namen Deutschlands ist viel Leid geschehen in den vergangenen 100 Jahren. Aber seit fast 70 Jahren herrscht Frieden. Im Mai wird ein neues Europaparlament gewählt. Fast 70 Jahre Frieden sind ein sehr gutes Argument, die Wahl nicht rechten oder linken Populisten zu überlassen.

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