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04.01.2013 – 19:09

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: Vorab: Ärzteverband Mezis: Das Standesrecht reicht gegen Ärztekorruption nicht aus

Düsseldorf (ots)

In der Diskussion um einen eigenen Straftatbestand gegen ärztliche Bestechlichkeit bezweifelt der pharmakritische Ärzteverband Mezis ("Mein Essen zahl ich selbst"), dass das Standesrecht ausreicht, um des Problems Herr zu werden. Gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden "Westdeutschen Zeitung" betonte Mezis-Vorstandsmitglied und Allgemeinmedizinier Dr. Eckhard Schreiber-Weber: "Wenn jetzt davon die Rede ist, dass in den vergangenen Jahren 500 Ärzte nach ärztlichem Berufsrecht bestraft wurden, ist das für uns eine völlig neue Zahl. So viele Beteuerungen, das Problem anzugehen, haben wir bislang nie gehört. Auch wir von Mezis glauben, dass zunächst die Ärzteschaft gefordert ist, mit Hilfe des Standesrechts das Problems anzugehen." Doch den Ärztekammern fehle es sowohl an Personal, Bestechungsfälle zu verfolgen als auch an den notwendigen Mitteln.

Die alltägliche Beeinflussung von niedergelassenen Ärzten beschreibt Schreiber-Weber so: "Das kann die Einladung eines Pharmaunternehmens zu einer Fortbildung sein, in deren Rahmen ein teures Essen bezahlt wird. Oder die Pharmavertreterin bringt Geschenke mit oder lädt den Arzt und sein Praxisteam in ein Restaurant ein. Auch gibt es die Fälle, in denen Bargeld fließt, wie etwa bei sogenannten Anwendungsstudien." Hier werbe der Pharmavertreter beim Arzt für ein neues Medikament. Der Arzt fülle immer dann, wenn er es einem Patienten verschrieben hat, einen Bogen aus, in dem er etwas zu der Verträglichkeit und Wirksamkeit beim Patienten ankreuzt. "Für jeden zurückgesandten Bogen kassiert er dann bis zu einem dreistelligen Euro-Betrag."

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