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30.05.2012 – 18:41

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: Zur Energiewende gibt es keine Alternative = von Lothar Leuschen

Düsseldorf (ots)

Vielleicht hat bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ausnahmsweise einmal das Herz über den Kopf entschieden, als sie unter dem Eindruck der Katastrophe von Fukushima den Atomausstieg Deutschlands ankündigte. Vielleicht wäre es mit dem Abstand von ein paar Wochen besser gewesen, die Abschaltung des letzten Meilers nicht schon auf 2022 zu datieren. Aber so ist es vor etwa einem Jahr geschehen. Und nun gibt es kein Zurück mehr - nicht, weil das technisch nicht ginge, sondern weil es die falsche Entscheidung wäre. Ein längeres Festhalten an der Atomkraft schöbe das Energieproblem nur auf. Denn auch die Menge beispielsweise von Uran auf der Erde ist begrenzt. Und dann ist da ja immer noch die unbeantwortete Frage nach dem Endlager für Atommüll. Die Energiewende ist eingeleitet. Sie nun abzubrechen hieße, mehr Zeit zu verlieren als das Jahr, das seit der Entscheidung Merkels ins Land gegangen ist. Umso skandalöser ist allerdings das Tempo, mit dem das Bundesumweltministerium und die nachgeordneten Behörden den Ausbau der Stromtrassen von Nord nach Süd bisher betrieben haben. Erbärmliche 100 Kilometer sind nach offiziellen Angaben bisher fertiggestellt. 3800 Kilometer fehlen noch. Wenn Gottlieb Daimler, Carl Benz oder Adam Opel ähnlich schnell gehandelt hätten, führen heute noch Pferdedroschken an Rhein, Ruhr und Wupper. Es ist richtig und dringend notwendig, dass Merkel die Energiewende nun zur Chefsache erklärt und ihren neuen Umweltminister Peter Altmaier damit gleichzeitig stark macht. Ebenso richtig ist, dass die Bevölkerung früh an den Planverfahren beteiligt wird. Dadurch ist zwar mit zeitraubenden Einsprüchen gegen Stromtrassen und -masten zu rechnen. Doch erstens ist so ein Jahrhundertprojekt gegen den Willen der Gegner nicht ohne weiteres umsetzbar, wie das Beispiel Stuttgart 21 zeigt. Und zweitens werden die meisten Projekte durch Bürgerbeteiligung nicht schlechter, sondern besser. Die Energiewende wird sich letztlich als gut für Deutschland herausstellen. Aber einen Nachteil hat sie doch. Milliarden von Euro für Masten und Leitungen müssen refinanziert werden. Das heißt: Verglichen mit dem, was kommt, sind die Strompreise von heute echte Schnäppchen.

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