PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von Westdeutsche Zeitung mehr verpassen.

28.05.2012 – 19:09

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: Die Pkw-Maut ist nur noch eine Frage der Zeit Ein Kommentar von Lothar Leuschen

Düsseldorf (ots)

Da ist er wieder, der Streit um die Pkw-Maut. Egal, wer das Bundesverkehrsministerium auch leitet, irgendwann werden die Autofahrer immer als große, zahlungskräftige Gruppe ausgemacht. Während beim Benzinpreis dagegen kein Kraut gewachsen zu sein scheint, weil Vater Staat nicht auf Kraftstoff- und Umweltsteuern verzichten will, und gleichzeitig nicht fähig ist, den Ölkonzernen Daumenschrauben anzulegen, regt sich gegen die Maut Widerstand.

Er kommt natürlich von der Autofahrerlobby und von der FDP. Der ADAC sagt nein, weil die Belastung der Autofahrer in Deutschland nachweislich schon sehr hoch ist. Und die FDP sagt nein, weil sie im Machtspiel sehr geübt ist. Sie bietet Gesprächsbereitschaft über die Maut an, wenn die CSU aufs Betreuungsgeld verzichtet. Denn dies käme den doppelverdienenden Kinderlosen, unter denen die Liberalen ihre Hauptklientel wähnen, ja nicht zugute. Das ist Geschacher und wird der Sache nicht gerecht.

Ideologiefrei betrachtet sind viele Autobahnen und Bundesstraßen im Westen wie im Osten in einem erbärmlichen Zustand. Den Löchern im Asphalt stehen die Löcher in den Kassen des Bundesverkehrsministeriums gegenüber. Der Unterschied zwischen dem, was gemacht werden kann, und dem, was gemacht werden muss, beträgt laut Minister Peter Ramsauer einige Milliarden Euro. Besonders sanierungsbedürftig sind demnach Brücken, die unter dem ständig wachsenden, aber bereits mit Maut belegten Lkw-Verkehr leiden.

Nun ist eine Industrienation wie Deutschland auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Dazu gehört auch, dass Berufstätige ohne Achsbruch am Auto zum Arbeitsplatz kommen können. Es ist mithin eine Frage der Zeit, bis es kommt, wie es kommen muss. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle fordert, dass Autofahrer nicht die Melkkühe der Nation werden dürfen. Dabei sind sie das schon längst. Die Ölkonzerne wissen es. Die Politik weiß es auch, und sobald es eine Mehrheit für die Maut gibt, wird sie entsprechend handeln. Das allein ist schon ärgerlich genug.

Noch ärgerlicher ist die Tatsache, dass die öffentliche Hand stetig mehr Geld einnimmt und trotzdem nie genug hat. Dem stehen Steuerzahler wie Autofahrer seit Jahr und Tag deprimierend hilflos gegenüber.

Pressekontakt:

Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de

Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell