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11.05.2012 – 17:34

Westdeutsche Zeitung

Westdeutsche Zeitung: NRW-Wahl = Von Frank Uferkamp

Düsseldorf (ots)

Der Knall war sehr laut, das Echo verhallte dann aber recht schnell: Als vor acht Wochen die rot-grüne Landesregierung mit ihrem Haushalt scheiterte und sich der Landtag zum ersten Mal in der NRW-Geschichte auflöste, war die Aufregung gewaltig. Plötzlich stand eine Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland auf der Tagesordnung - wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Wahl hier hatte immer Bedeutung für die Bundespolitik, ihr Ergebnis im Jahr 2005 gar zu einer vorgezogenen Bundestagswahl geführt. Doch nun, am Vorabend der Entscheidung, kann von einer besonderen Anspannung kaum noch die Rede sein.

Die als Turbowahlkampf angekündigte Kampagne war doch eher ein laues Lüftchen. Das lag nicht an den Namen: Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der "Muttis Klügster" genannt wird, die vermeintlich letzte Hoffnung der FDP in Gestalt von Christian Lindner und das neue Gesicht der Piraten namens Joachim Paul - sie alle sind auf den Plakaten zu sehen und angetreten, der regierenden Koalition aus SPD und Grünen mit ihren Frontfrauen Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann die Macht abspenstig zu machen.

Doch es wurde keine harte inhaltliche Auseinandersetzung, dem Wahlkampf fehlte das große Thema. Die Schlagworte klangen gewichtig - Schulden, Kinderbetreuung, Schule. Doch Spannung kam nur wenig auf. Der Opposition gelang es einfach nicht, die Regierung zu bedrängen. Natürlich ist die Haushaltspolitik der rot-grünen Landesregierung die Schwachstelle des Bündnisses, drücken sich doch Kraft und Löhrmann seit Amtsantritt vor jeder möglicherweise unpopulären Sparaktion. Doch die Versuche, NRW mit Griechenland gleichzusetzen, verfingen beim Wähler kaum - Schwarzmalerei kommt selten gut an.

Für Spannung ist gleichwohl gesorgt. SPD und Grüne wollen gemeinsam weiterregieren, nun mit einer stabilen Mehrheit. Das dürfte knapp werden, denn nach allen Prognosen werden mindestens fünf Parteien im neuen Landtag sitzen. Klappt dies nicht, ist vieles denkbar - von einer großen Koalition bis hin zur Ampel. Alle Parteien kämpfen bis zum Schluss um jede Stimme. Es geht um die Zukunft des größten Bundeslandes. Wer wählen geht, gestaltet sie mit.

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