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Trierischer Volksfreund: Bundeswehraffären - Kommentar, Trierischer Volksfreund, 22.01.2011

Trier (ots) - Es ist allzu durchsichtig, wie die Opposition versucht, die drei aktuellen Bundeswehraffären auf den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu ziehen, um ihn zu treffen. Man kann den CSU-Mann mögen oder nicht, aber so weit erkennbar ist die Häufung der Zwischenfälle zufällig. Und so weit bekannt lassen die Vorkommnisse nicht darauf schließen, dass die Bundeswehr oder auch nur Teile von ihr ein Sauhafens geworden seien. Wenn ein Soldat im Zelt in Afghanistan mit der Waffe herumspielt und sich dabei ein tödlicher Schuss löst, kann der Minister nicht dafür, und auch nicht, wenn ein Kapitän oder seine Offiziere auf der Gorch Fock womöglich Ausbildung so mit Drill verwechseln, dass jemand dabei ums Leben kommt. Und die Öffnung von Feldpostbriefen geht offenbar auf Afghanen zurück, die vielleicht nach Geld suchten.

Es kommt darauf an, wie im Verteidigungsministerium auf diese zum Teil durchaus gravierenden Fälle reagiert wird. Ob Vertuschung der Grundansatz ist oder schonungslose Aufklärung. Festzuhalten ist zunächst, dass das Institut des Wehrbeauftragten genauso funktioniert hat, wie es soll: Die Soldaten haben sich beschweren können, die Missstände wurden bekannt und öffentlich. Niemand ist schutzlos. Festzuhalten ist zweitens, dass der Minister sofort zugesagt hat, Schuldige zu bestrafen, und dass er entsprechende Ermittlungen eingeleitet hat. Guttenberg lässt bisher keinen Zweifel daran, dass der Soldat für ihn Bürger in Uniform bleibt und nicht Landsknecht ist. Das sollte man ihm zunächst mal glauben - bis zum Beweis des Gegenteils.

Autor: Werner Kolhoff

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