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Digitale Konvergenz: Klasse statt (Werbe)Masse

    München (ots) -

    Deloitte prognostiziert Billionen-Markt für Voice-Over-IP,     Enterprise Collaboration Software, mobile Inhalte, IP-Fernsehen     und vernetzte Spiele

    Während die Konvergenz der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsindustrie in den neunziger Jahren trotz großen Medienrummels eine Modeerscheinung blieb, steht uns heute ein Konvergenz-Boom bevor. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Digital Convergence: The Trillion Dollar Challenge" von Deloitte. Gleichzeitig bedeutet das düstere Zukunftsaussichten für Unternehmen, die sich diesem Trend verweigern.

    Konvergenz wird nicht nur neue Produkte und Märkte hervorbringen, prognostiziert Deloitte, sondern auch in etablierten Branchen neue Strukturen, Machtverhältnisse und eine veränderte Wettbewerbsbasis schaffen.

    "Konvergenz wurde während des Dot-Com-Booms zum Schlagwort, konnte die Erwartungen aber zunächst nicht erfüllen", erklärt Andreas Gentner, Leiter des TMT Industry Teams bei Deloitte. "Das Problem war, dass das Konzept einerseits auf noch nicht ausgereiften Technologien basierte, andererseits aber sofort Gewinn bringen sollte. Unternehmen nahmen sich nicht die Zeit, herauszufinden, was ihre Kunden tatsächlich wünschten und brauchten."

    Mittlerweile, so die Studie, kommen jedoch immer mehr Produkte und Dienstleistungen auf den Markt, von Online-Musik bis zu IP-Anwendungen, die echte Kundenbedürfnisse erfüllen. Mit den meisten lässt sich sehr viel Geld verdienen.

    Das größte Potenzial sehen die Fachleute bei Voice over IP. Hier rechnet Deloitte mit einem Marktvolumen von 1 Billion Dollar bis 2010. Ähnlich viel versprechend sieht es bei den IP-Anwendungen aus, zu denen digitale Abspielgeräte der nächsten Generation und Home Entertainment Services ebenso gehören wie Video-Telefone für Privatkunden und Enterprise Collaboration Services für Unternehmen. Weitere Produkte und Dienstleistungen, die bis 2010 substanzielle Umsätze erwarten lassen, sind Enterprise Collaboration Software, IP-Fernsehen, mobile Inhalte für das Handy, vernetzte Spiele und Online-Musik.

    "Unternehmen, die digitale Konvergenz als Wettbewerbsvorteil verstehen und nutzen, können davon in hohem Maße profitieren", sagt Andreas Gentner. "Allerdings kann Konvergenz auch vorhandene Geschäftsmodelle innerhalb relativ kurzer Zeit zunichte machen. Wir sehen das derzeit bei der Festnetz-Telefonie, deren langfristige Zukunftsaussichten durch die steigende Bandbreite der Mobilfunknetze und moderne, noch stärker personalisierte Endgeräte zumindest in Frage gestellt sind. In welchem Maß Konvergenz Wert steigernd oder Wert mindernd wirkt, hängt unmittelbar davon ab, ob Unternehmen auf Konvergenz vorbereitet sind und ob sie in diesem Bereich eine Führungsrolle übernehmen können."

    Für den Konvergenz-Boom identifiziert Deloitte drei Gründe: Erstens schafft die zunehmende Digitalisierung eine gemeinsame Datenbasis, auf der sich unterschiedlichste Informationen - Zahlen, Text, Musik, Bilder, Video - mit denselben Geräten und Medien be- und verarbeiten lassen. Zweitens bieten moderne Netze immer mehr Interaktionsmöglichkeiten, die dazu beitragen, dass konvergente Daten zusammengeführt und die Möglichkeiten der Endgeräte über die ursprünglich vorhandene Funktionalität hinaus erweitert werden können. Drittens lässt der ständige Fortschritt die technische Basis - von der Akku-Lebensdauer bis zur Prozessorgeschwindigkeit - immer leistungsfähiger werden.  

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