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05.07.2005 – 11:15

Deloitte

Schlechte Zeiten für Festnetz-Anbieter
Mobilfunk-Provider erobern traditionelle Festnetz-Märkte

    München/Düsseldorf (ots)

Durch den technischen Fortschritt steht immer mehr Bandbreite für mobile Kommunikationsdienste zur Verfügung. Der Konkurrenzdruck auf Festnetz-Anbieter erhöht sich dadurch merklich. Zu diesem Ergebnis kommt Deloitte in seinem neuen Bericht "The Hundred Year Storm: Wireless Disruption in Telecommunications".

    "Wann mobile Dienste ebenso gut sein werden wie Festnetz-Produkte ist nicht die Frage", sagt Frank M. Hülsberg, Partner Technology, Media and Telecommunications von Deloitte. "Viel wichtiger ist, wann diese Dienste den Anforderungen ganz normaler Festnetz-Kunden genügen werden. Mit anderen Worten bedeutet das, wann wird Mobilfunk 'gut genug' sein? Mit über 1,3 Milliarden Handy-Verträgen weltweit verfügen Mobilfunk-Anbieter bereits über eine stabile Kundenbasis. Mit neuen Technologien wie 3G und WiFi ergeben sich neue Chancen, um sich auf dem Mainstream-Markt zu etablieren."

    Welche Strategien bringen der mobilen Telekommunikation Erfolg? Mobilfunk bietet zwar Mobilität, kann derzeit aber noch nicht mit der Bandbreite von Festnetzen konkurrieren. Neue Technologien könnten diesen Nachteil allerdings in Zukunft ausgleichen. Dem Deloitte Bericht zufolge existieren für Anbieter mobiler Sprach-, Daten- und Bilddienste mehrere Strategien:

    - Investitionen tätigen, um den Anforderungen des Massenmarkts nachzukommen, statt weiterhin auf umsatzstarke Unternehmenskunden setzen.

    - Marketing-Programme starten, die Mobilfunk als Alternative zum Telefonieren im lokalen Festnetz präsentieren.

    - Traditionelle Festnetz-Kunden gezielt ansprechen. In der Regel sind ihre Anforderungen am niedrigsten. Der mit ihnen erzielte Gewinn ist am geringsten. Diese Kunden legen keinen Wert auf besondere Sprachqualität, sie benötigen nur wenige Kabelkanäle oder spezielle WiFi-Services        Eine testweise Anwendungen der neuen Techniken in genau definierten Einstiegsmärkten birgt für die Telecoms Vorteile: Die Unternehmen können zuerst Erfahrung sammeln, Umsatz für notwendige Optimierungen generieren und sich aufgrund der daraus gewonnenen Wettbewerbsvorteile in Mainstream-Märkten etablieren. Eine Gefahr für den Markt bestünde dann, wenn mobile Services Wachstumsreserven im Festnetzbereich abschöpfen und gleichzeitig beginnen, traditionelle Festnetz-Kunden abzuwerben.

    Herkömmliche Strategien funktionieren nicht

    Die derzeit übliche Wachstumsstrategie lautet vereinfacht: "Identifiziere die größten, lukrativsten Märkte und versuche, diese mit aller Konsequenz zu erobern!"

    Nach den Grundsätzen der "disruption theory" (siehe unten folgend) ist diese Strategie nicht sinnvoll. Sie führt zu nicht notwendigen Wettbewerbskämpfen auf bereits gesättigten Märkten. Erfahrungsgemäß sind aber die vermeintlich unattraktiven Märkte häufig die mit dem größten Gewinnpotenzial. Sie werden deshalb leicht übersehen.

    "Telekommunikation ist eine der wenigen Branchen, die von solchen Zerrüttungstendenzen bisher relativ selten betroffen waren", so Hülsberg. "Das letzte Beispiel liegt über 100 Jahre zurück, als das Telefon den Telegraphen ablöste. Heute gibt es in dieser Branche niemanden mehr, der das miterlebt hat. Keiner kann einschätzen, welche Gefahren heute entstehen könnten."

    Disruption Theory

    Die "disruption theory" basiert auf der Analyse mehrerer hundert Innovation in zahlreichen Branchen. Sie besagt, dass nach herkömmlichen Leistungsmaßstäben diese Innovationen bereits existierenden Produkten häufig unterlegen sind, sie aber andere Vorteile bieten. In der Regel sind die Innovationen einfacher und bequemer anzuwenden und preisgünstiger als vorhandene Produkte. Sie dominieren die Mainstream-Märkte und sind damit vor allem für neue oder weniger anspruchsvolle Kundensegmente interessant. Gelingt es einem Unternehmen dieses Segment zu seiner Klientel zu machen, kann es notwendige Produktverbesserungen finanzieren. Als Folge gelingt längerfristig eine Produktoptimierung für Kunden mit höheren Ansprüchen

    Der Report "The Hundred Year Storm: Wireless Disruption in Telecommunications" wurde verfasst von Michael Raynor, Director bei Deloitte Research und Co-Autor des Weltbestsellers The Innovator's Solution (deutsch: Marktorientierte Innovation).

    Über die Technology, Media & Telecommunications (TMT) Group

    Die TMT Group besteht aus Servicespezialisten mit umfassender Erfahrung in der Beratung von High-Tech-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Kabel, Kommunikations-Anbieter, Computer und Peripherie, Unterhaltung, Medien und Verlagswesen, Netzwerke, Halbleiter, Software, Mobilfunk und zugehörige Branchen. Deloitte zählt zu den führenden Strategie-, Finanz- und Wirtschaftsberatern für Unternehmen aus Technik, Medien und Telekommunikation.

    Deloitte Deutschland

    Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

    Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright © 2005 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Pressekontakt:

Antonia Wesnitzer Pressereferentin Tel +49 89 29036-8825 awesnitzer@deloitte.de

Frank M. Hülsberg Partner Technology, Media and Telecommunications Tel +49 211 8772-3910 fhuelsberg@deloitte.de

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