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25.01.2005 – 09:43

Deloitte

Haftungsrisiko Corporate Governance - Wie deutsche Unternehmen die aktuelle Situation beurteilen

    München/Düsseldorf (ots)

Eine große Mehrheit von Führungskräften unterschätzt die Thematik der Haftungsansprüche. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Deloitte in Kooperation mit Raupach & Wollert-Elmendorff Rechtsanwaltsgesellschaft unter rund 200 Vorständen, Aufsichtsräten und Geschäftsführern durchgeführt hat. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft holte dabei Meinungen und Informationen über die neuesten Schritte des Gesetzgebers ein. Frank M. Hülsberg, verantwortlicher Partner bei Deloitte: "Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) wird die Durchsetzung von Haftungsansprüchen gegenüber den Organen einer Aktiengesellschaft erleichtert. Das Gesetz konkretisiert den haftungsfreien Ermessensspielraum bei unternehmerischen Entscheidungen in Anlehnung an die so genannte "Business Judgement Rule, lässt aber Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte alleine, was die konkrete Anwendung auf die eigene Situation angeht. Hier muss weiterhin die dünne Literatur und Rechtsprechung zu den Sorgfaltspflichten herangezogen werden."

    Hier die Ergebnisse:

    - Fast zwei Drittel der befragten Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer ist der Entwurf des UMAG bekannt. Der Bekanntheitsgrad bei Gesellschaftsorganen von Aktiengesellschaften ist bei börsennotierten Gesellschaften deutlich höher als bei nicht-börsennotierten Unternehmen. Bei GmbH und (GmbH & Co.) KG, in denen ein Gesellschafter mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 25 Prozent Mitglied der Geschäftsführung ist, ist der Bekanntheitsgrad deutlich niedriger als in anderen Gesellschaften. Die Größe des Unternehmens gemessen am Umsatz spielt hingegen keine signifikante Rolle.

    - Weit über 70 Prozent der befragten Aufsichtsräte, Geschäftsführer und immerhin die Hälfte der befragten Vorstände erwarten eine Zunahme der Organhaftungsklagen in der Zukunft; die Einstellung der Analysten dürfte nach Ansicht von durchschnittlich rund 75 Prozent der befragten Vertreter von Aktiengesellschaften hingegen weniger kritisch werden oder gleich bleiben.

    - Als Folge des neuen Gesetzes erwarten Aktiengesellschaften Veränderungen in den Risikoüberwachungs- und Informationssystemen. Aus Sicht der Aufsichtsräte steht die eigene Tätigkeit im Vordergrund. So rechnen rund 37 Prozent der befragten Aufsichtsräte mit einer verstärkten Überwachungstätigkeit und etwa ein Viertel der Befragten mit einer Ausdehnung der Abschlussprüfung.

    - Die Befragten wünschen sich einen verbesserten Umgang mit Haftungsrisiken, da die Ansprüche von Anlegern in Zukunft zunehmen werden.

    - Besonders bei Unternehmenstransaktionen, der Durchführung von Investitionsprojekten, beim Umweltschutz und aus dem Kapitalmarktrecht sowie wesentliche Änderungen der Unternehmensorganisation sehen die Befragten wachsende Risiken. Hier wollen die Unternehmen ansetzen. Insbesondere werden Prozesse und Maßnahmen im Kontext des Risikoüberwachungssystems sowie der Einhaltung der Auflagen auf Basis des Sarbanes Oxley-Act für verbesserungswürdig angesehen. Auch bei der Bilanzierung erwarten die Aufsichtsräte wachsende Haftungsrisiken.

    - Veränderungen im Berichtswesen und die unternehmenseigenen Corporate Governance-Grundsätze sehen die Vorstände als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer geminderten Haftung an.

    - Haftungsmindernde Maßnahmen sind laut der befragten Vorstände und Aufsichtsräte in erster Linie Veränderungen im Berichtswesen, die Beratung durch externe Experten sowie die Modifikation der Liste durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtiger Maßnahmen. Aufsichtsräte haben aber auch die Vorgaben für Vorstandsvorlagen an den Aufsichtsrat geändert. Über 90 Prozent der Aufsichtsräte haben den Kontakt zum Abschlussprüfer intensiviert oder planen dies. Rund ein Viertel der Befragten planen die Entwicklung unternehmensspezifischer Corporate Governance-Grundsätze und die Berufung von Sonderbeauftragten.

    - Fast die Hälfte der befragten Vorstände und 37 Prozent der Aufsichtsräte meinen, die nach § 91 Abs. 2 AktG einzurichtenden Risikoüberwachungssysteme enthalten spezielle haftungsmindernde Elemente.

    Die aktuelle Diskussion um die Organhaftung in Deutschland wird von Aufsichtsräten, Vorständen und Geschäftsführern mehrheitlich als Verschärfung der Haftungssituation empfunden. Die Reaktionen hierauf und insbesondere die Reaktionszeiten sind allerdings unterschiedlich. Vorstände haben ihren Maßnahmenkatalog nach eigenen Angaben bereits weitgehend umgesetzt. Aufsichtsräte und Geschäftsführer befinden sich zum Großteil noch in der Planungsphase. Als risikoverringernde Maßnahmen kommen für die Befragten in erster Linie Anpassungen des Risikoüberwachungssystems und der Informationssysteme in Betracht. Daneben wollen Aufsichtsräte den Kontakt zum Abschlussprüfer intensivieren.

    Deloitte Deutschland

    Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit mittlerweile 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.     Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright (c) 2005 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Pressekontakt: Antonia Wesnitzer Pressereferentin Tel +49 89 29036-8825 awesnitzer@deloitte.de

Frank M. Hülsberg Partner Audit/Enterprise Risk Services Tel +49 211 8772-9633 fhuelsberg@deloitte.de

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