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Elektroantrieb - Industrie muss nachladen
Deloitte-Studie zeigt: Elektroautos auf absehbare Zeit nicht massenmarkttauglich

Düsseldorf/München (ots) - Die deutschen Autofahrer gehören zu den Europäern, die am ehesten bereit sind, mehr Geld für ein Elektroauto auszugeben als für ein konventionelles Fahrzeug. Auch spielt hierfür der Benzinpreis in Deutschland eine nicht so entscheidende Rolle wie in anderen europäischen Ländern. Länderübergreifend liegt die Hürde für eine breitenwirksame Adaption von batteriebetriebenen Automobilen aber hoch und wird von den aktuellen Angeboten im Markt (noch) nicht adressiert. Zwei Eckdaten sind entscheidend: Einerseits liegt die "Schmerzgrenze" bei einem Benzinpreis von 2 Euro pro Liter - ab diesem Punkt wäre ein Elektroauto für deutlich mehr Verbraucher attraktiv. Würden andererseits aber konventionelle Fahrzeuge einen Verbrauch von drei Litern pro 100 km nicht überschreiten, würde das Interesse an Elektroautos drastisch abnehmen, wie der aktuelle Deloitte-Report "A new era. Accelerating toward 2020 - An automotive industry transformed", für den 4.760 Verbraucher in sieben Ländern befragt wurden, zeigt.

"Elektroautos sind noch weit davon entfernt, erste Wahl bei den Verbrauchern zu sein. Das zeigt sich bereits daran, dass für ihre breite Akzeptanz vor allem die Faktoren 'Benzinpreis' und 'technische Entwicklung des Verbrennungsmotors' die maßgebliche Rolle spielen. Derzeit ist die massenhafte Einführung des Elektroantriebs noch ein Wunschziel", erklärt Siegfried Frick, Partner Automotive bei Deloitte.

First Mover: jung und Lifestyle-orientiert

Laut Studie sind mit 31 Prozent etwa ein Drittel der Befragten generell eher nicht interessiert an Fahrzeugen mit Elektronantrieb. Etwas über die Hälfte (53%) könnte sich das durchaus vorstellen, während 16 Prozent als potenzielle Vorreiter infrage kämen. Letztere rekrutieren sich vor allem aus der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre, der sogenannten "Generation Y". Dabei spielen nicht nur ökonomische und umweltbedingte, sondern auch Lifestyle-Aspekte eine Rolle.

Spritpreis über 2 Euro/Liter ist K.o.-Kriterium

Kraftstoffpreise beeinflussen eine potenzielle Kaufentscheidung für das Elektroauto. Den Studienteilnehmern zufolge liegt die "magische Schwelle" bei 2 Euro pro Liter. Allerdings gibt es auch hier regionale bzw. nationale Differenzierungen: So ist der Benzinpreis sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien etwas weniger wichtig als in Ländern wie z.B. Belgien, Spanien oder Frankreich.

Nur ein Viertel akzeptiert Zuschlag beim Kaufpreis

Mit 53 Prozent ist die Gruppe derer, die über den Kauf eines Elektroautos nachdenken würde, nicht klein - neben dem Spritpreis hängt die Kaufbereitschaft aber eng mit der erwarteten Preisgestaltung für Elektro-Neuwagen zusammen. Mehr als die Hälfte würde insgesamt nicht mehr als 15.000 Euro ausgeben - einschließlich erwarteter Steuervorteile oder Subventionen. Nur 24 Prozent wären bereit, einen Aufschlag von 1.500 Euro gegenüber einem vergleichbaren konventionellen Auto zu akzeptieren. Auch hier liegen die Toleranzschwellen bei Deutschen und Briten höher als im europäischen Durchschnitt.

Handling und Convenience

Neben dem Anschaffungspreis für ein Elektroauto sind Fragen nach der Convenience entscheidend: Wie oft muss nachgeladen werden? Wie lange dauert das? Und auch: Was kostet der Strom fürs Auto? Rund 80 Prozent nannten diese Kriterien als ausschlaggebend dafür, ein Elektroauto zu kaufen oder zu leasen. Dazu gehören auch die Leistungsfähigkeit der Batterien bzw. Akkus sowie die Kosten eines Wechsels.

Reichweite sollte mindestens 480 Kilometer betragen

Unabhängig davon ist für rund drei Viertel der Studienteilnehmer Mindestbedingung für einen möglichen Kauf, dass eine Wiederaufladung der Batterien frühestens nach 480 gefahrenen Kilometern erforderlich ist. Mehr als zwei Drittel fordern, dass der Aufladeprozess höchstens zwei Stunden dauern dürfte - Zahlen, von denen die Industrie derzeit noch weit entfernt ist

"Prinzipiell sind die Verbraucher dem Thema Elektrofahrzeug aufgeschlossen. Allerdings liegen die Ansprüche noch weit über dem, was die Industrie bisher liefern kann. Jedoch könnten Innovationen sowohl bei der Elektro- als auch bei den klassischen Antriebstechnologie sowie sich verändernde regulatorische Rahmenbedingungen das vorhandene Käuferpotenzial jederzeit aktivieren. Es bleibt somit spannend, was die traditionelle und die neu entstehende Automotiveindustrie in den nächsten Monaten auf den Markt bringt um neue Absatzmärkte zu erschließen", resümiert Siegfried Frick.

Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.

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