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Badische Zeitung: Fuchs und Hase und der Mensch
Langeweile darf im und am neuen Nationalpark nicht aufkommen - Unterm Strich von Dominik Bloedner

Freiburg (ots) - Prost. Zu Neujahr werden die einen freudig auf die Auerhühner, Dreizehenspechte und das andere seltene Getier anstoßen, das sich im dann neu geschaffenen Nationalpark Nordschwarzwald von der Spezies Mensch erholen soll. Die anderen hingegen, die Gegner des Prestigeprojekts der Grünen und der Roten im fernen Stuttgart, werden wohl eher zynisch dem Borkenkäfer zuprosten, der - so die Befürchtung - fortan munter wüten darf. Wo sich bislang Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, zwischen Bühl und Baiersbronn, wird frei nach Willy Brandt auf 10 000 Hektar Fläche zusammenwachsen, was zusammengehört - Artenschutz in einer sich selbst überlassenen Natur, in der man bald den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Auch Touristen sollen wieder in Scharen kommen. Doch die Frage nach dem Entertainment-Faktor sei hier erlaubt. Denn nicht jedem reicht es, dem Gras beim Wachsen zuzuhören oder dem Efeu beim Ranken zuzusehen. Was also machen gegen drohende Langeweile? Man besinnt sich auf die alte Regel von Lokaljournalisten: "Mit Kindern und Tieren kannst Du niemals verlieren." So wurde bereits vor Monaten verkündet, dass unweit des Nationalparks bei Freudenstadt ein Tierpark entstehen soll - Bären, Wölfe, Elche, Cafeteria und Shop inklusive. Die Landesregierung war begeistert. Und nun die Ankündigung eines weiteren Projekts bei Sasbachwalden. Der Tier- und Naturerlebnispark "Anima Tierwelt" soll 40 Hektar groß werden, die Baden-Badener Grundig-Stiftung hilft mit 20 Millionen Euro Anschubfinanzierung. Man wolle einen Beitrag leisten, Mensch und Natur einander wieder näher zu bringen, sagte eine Sprecherin des Projekts - und sah darin keinen Widerspruch. Doch der Mensch, er ist nun mal kein scheues Reh, schon gar nicht im Wald. Immerhin: An Ideen rund um den neuen Nationalpark mangelt es offensichtlich nicht. Die gute Nachricht: Bärenjagden für Oligarchen oder Monarchen wie den Safariverrückten Spanier Juan Carlos stehen noch nicht zur Debatte.

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