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Südwest Presse: Kommentar zu Gaspreisen

    Ulm (ots) - Eine Behörde gibt Gas: Am Dienstag hatte das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) entschieden, dass Stadtwerke ihre Preiskalkulation offenlegen müssen. Einen Tag später kündigte das Wirtschaftsministerium bereits an, eine Gaspreistabelle erstellen zu wollen. Damit könnten Kunden künftig sehen, wie ihre Gasversorger kalkulieren. Behörden und Gerichte schlagen sich auf die Seite der Verbraucher. Wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung wurden im Mai deutsche Unternehmen untersucht: Führende Gasanbieter haben möglicherweise die Preise in Europa hoch gehalten. Dem größten deutschen Erdgaslieferant Eon Ruhrgas wurden vom Düsseldorfer OLG Langzeitverträge mit bis zu 20-jähriger Laufzeit verboten. Bei den zum Teil unbegründeten Preisanstiegen der jüngsten Zeit ist zu vermuten, dass der Wettbewerb der Versorger noch immer nicht oder nur sehr eingeschränkt funktioniert. 2005 haben sich die Gaspreise in Deutschland mit 17,8 Prozent im EU-Vergleich überdurchschnittlich erhöht. ENBW hat zum 1. Juli das Gas erneut verteuert. Auch das Wirtschaftsministerium schließt als Landeskartellbehörde ein Missbrauchsverfahren nicht aus. Damit der Funke zündet, müssen aber auch die Verbraucher mitspielen und ihren Anbieter wechseln - wenn sie die Gelegenheit dazu haben.

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