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Südwest Presse: Kommentar zu Welthandel

    Ulm (ots) - Auch das, was mit Händen zu greifen ist, gerät bisweilen aus dem Blickfeld, wenn es von kleinen, aber konkreten Unannehmlichkeiten kurzfristig überlagert wird. Die Steigerung weltweiten Wohlstands, die wesentlich dem immer stärker vernetzten Handel zu verdanken ist, bestreiten nur wenige. Das verhindert aber nationale Egoismen keineswegs. Der Druck der nationalen Agrarlobby wirkt eben unmittelbarer als die Aussicht auf einen Nutzen für die Allgemeinheit. Zwar mag Bundeswirtschaftsminister Michael Glos noch keine Grabrede auf die seit fünf Jahren andauernde WTO-Verhandlungsrunde zum Abbau von Handelshemmnissen halten - Tatsache ist, dass die Sache des Wirtschaftsliberalismus derzeit keine mächtigen Fürsprecher hat. Damit ist nicht die unerhebliche Kritik der Globalisierungsgegner gemeint, sondern die mächtigen politischen Protektionisten in den reichen Ländern des Westens. Sie verhindern nicht nur, dass sich die Entwicklungs- und Schwellenländer noch stärker in die Weltwirtschaft integrieren beziehungsweise wirtschaftlich auf die Beine kommen; sie schaden auch dem Verbraucher in den hochentwickelten Wirtschaften. So bleibt nach der Blamage von Genf vorerst nur der Trost, dass sich gegen den Protektionismus auf lange Sicht durchsetzt, was immer die stärkste ökonomische Kraft ist: der Eigennutz - also der freiere Handelsaustausch.

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