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Südwest Presse: Kommentar zu Verschwendung

    Ulm (ots) - Die Zahl hat es in sich: 170 Milliarden Euro werden in deutschen Unternehmen angeblich jährlich verschwendet. Damit ließen sich Zehntausende von Arbeitsplätzen schaffen oder erhalten, damit ließen sich Standortverlagerungen oder -schließungen umgehen. Mit dem sinnvollen Einsatz dieses Gelds würde manches Elend verhindert, mancher Konflikt entschärft und viel Gutes getan. Wenn es denn stimmte. Zweifel sind angebracht. Denn die Studie beruht auf Umfragen und Schätzungen; die Zahlen wurden nur teilweise berechnet, aber sicher auch angenommen, vermutet, hochgerechnet und gerundet. Das kann kein klares Bild geben, und schon gar keines, mit dem man seriös arbeiten könnte. Das ist kein Vorwurf an die Autoren, sondern der Versuch, die Daten realistisch einzuordnen. Dass in Deutschland zu viel diskutiert und bisweilen zu wenig entschieden wird, dass Arbeiten nicht selten doppelt gemacht werden und im Land der Bürokraten manch Unsinniges und Überflüssiges in Prozesse und Produkte einfließt, ist nichts Neues und auch nicht besonders besorgniserregend. Denn einerseits lässt es im weltweiten Kampf um Cent und Prozente Spielraum für weitere Verbesserungen. Und andererseits muss ja nicht jede Doppelarbeit falsch und jede Diskussion für alle Beteiligten unnütz sein. Bisweilen wird sie von Teilnehmern auch nur so, und damit falsch, eingeschätzt.

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