Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Nahost

    Ulm (ots) - Obwohl die Regierung in Jerusalem mit ihrem Angriff auf den Libanon das Risiko eines großen Nahost-Kriegs heraufbeschwört, so scheint dieser doch mehr Sinn zu machen als der Einmarsch in den Gazastreifen. Während im Süden Wasser- und Elektrizitätsversorgung zerstört wurden, scheint sich der Angriff auf den Süden Libanons stärker auf die militärischen Einrichtungen der vom Iran und Syrien unterstützten Hisbollah-Miliz zu konzentrieren. Mit der Verschleppung der beiden Soldaten und der Beschießung mit Raketen hat es Hisbollah geschafft, Israel auch im Norden herauszufordern und in eine Zwei-Fronten-Auseinandersetzung zu zwingen. Israel fühlt sich in diesem Fall allerdings von der Uno gedeckt. Denn die libanesische Regierung weigert sich bisher, der UN-Resolution über die Entwaffnung der Hisbollah nachzukommen, genauer gesagt: Sie wagt es mit Rücksicht auf Syrien nicht, dies zu tun. Sie ist zwar in letzter Zeit zunehmend auf Distanz zu ihrem Nachbarn gegangen, aber an die Hisbollah traut sie sich doch nicht. Diese Rolle will nun Israel übernehmen, wobei das Ausmaß der Zerstörungen am Flughafen Beirut und an der Straße nach Damaskus die Frage nach dem militärischen Sinn aufwirft. Immerhin hat Ministerpräsident Ehud Olmert jetzt zugestanden, dass UN-Verhandler in das Krisengebiet kommen dürfen. Das ist wenig, aber immerhin mehr als nichts.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: