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Südwest Presse: Kommentar zum Bush-Besuch

    Ulm (ots) - Der Besuch des US-Präsidenten George Bush hatte atmosphärische Wirkung. Es gibt zehn Monate nach Kanzler Gerhard Schröder wieder eine Partnerschaft zwischen der Supermacht und Deutschland. Der Eindruck sollte entstehen, und er ist entstanden. Allerdings ist an diesem wiedererwachten amerikanisch-deutschen Wir-Gefühl nicht allein der Machtwechsel in Berlin Schuld. Es hat sich in Washington der Eindruck verfestigt, dass selbst eine Weltmacht sich zu viel aufschultert, wenn sie Krisen und Kriege gleichzeitig und ohne Berücksichtigung der Verbündeten zu meistern versucht. Aus dem Irak wird Deutschland den Amerikanern nicht heraushelfen. Aber in Afghanistan stellt kein Verbündeter mehr Soldaten als die Bundeswehr. Die Lage dort wird rauer, diese Partnerschaft kann zur Schicksalsgemeinschaft werden. In der Iran-Krise liegt die Sache ein wenig anders. Da sind es drei EU-Staaten, die sich ohne US-Hilfe festgefahren haben. Es ist zwar keineswegs ausgemacht, dass der Iran vom Sicherheitsrat zum Einlenken bei seinen vermuteten Atomwaffenplänen gebracht werden kann, aber Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten sich heillos überschätzt. Hoffentlich haben Angela Merkel und Bush auch das immer notwendigere Eingreifen in den Nahostkonflikt besprochen. Auch in dieser Krise in unserer Nachbarschaft sind die Europäer ohne die USA an ihrer Seite machtlos.

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