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Südwest Presse: Kommentar zu Microsoft

    Ulm (ots) - Zehn Jahre tobte die Schlacht um die Weltherrschaft in der griechischen Mythologie. Immer wieder schleuderte Zeus seine Donnerkeile gegen die Titanen. Die Welt stöhnte laut unter dem Dröhnen dieser Urgewalten. Schließlich unterlagen die Titanen. Die wirtschaftliche Realität des 21. Jahrhunderts sieht anders aus: Zwar kann die Europäische Union eine 280-Millionen-Euro-Strafe für Verstoß gegen Wettbewerbsregeln verhängen. Doch ob Microsoft zahlen muss, ist eine andere Frage. Und ob die "Donnerkeile" der EU etwas ausrichten, noch eine ganz andere. So hat die EU den Quasi-Monopolisten vor mehr als zwei Jahren bereits zu 497 Millionen Euro Strafe verdonnert. Microsoft klagte daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof, ein Urteil steht noch aus. Geändert hat sich an den damaligen Praktiken so gut wie nichts. Jetzt ist Gleiches zu befürchten, der US-Konzern hat bereits den Gang zu Gerichten angekündigt. Die EU hätte eigentlich aus der Vergangenheit lernen müssen. Entweder die Strafe ist so hoch, dass sie selbst einen Software-Giganten mit 12,3 Milliarden Euro Jahresgewinn schmerzt. Oder es werden handfeste Handels-Restriktionen beschlossen, die Konkurrenten zum Zuge kommen lassen. So aber spielt Microsoft mit kleinen Zugeständnissen auf Zeit und agiert auf anderen Geschäftsfeldern ähnlich rigoros - und wird immer weniger besiegbar.

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