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Südwest Presse: Kommentar zu Phoenix

    Ulm (ots) - Die Verfahren werden immer komplizierter, immer größer und immer unbefriedigender. 30 000 Geschädigte und etwa 300 Mio. Euro Schaden stehen zwei mehr oder weniger lange Haftstrafen für die Hauptbeschuldigten im Fall Phoenix gegenüber. Das kann niemanden wirklich befriedigen. Der Fall Phoenix wird schon bald aus dem Blickfeld vieler verschwinden, weil die nächsten Skandale angerollt kommen. In Leipzig vermuten Anwälte, Verwalter und Kunden ähnliche Betrügereien von unseriösen Geldeinsammelstellen, die unter dem Deckmantel einer scheinbar sicheren Rechtsform, mit dem Testat scheinbar zuverlässiger Prüfer und mit scheinbar seriösen Hochglanzbroschüren Tausende von Anleger übers Ohr hauen. Es ist dem Frankfurter Gerichts hoch anzurechnen, dass es allen Beteiligten noch einmal ihre Fehler und Versäumnisse vorgehalten hat: der offenbar unzureichend operierenden Aufsichtsbehörde, die ihrer Aufgabe als Kontrollorgan nicht zuverlässig nachkommt; den augenscheinlich nicht prüfenden, sondern nur abnickenden Prüfern und den viel zu gutgläubigen Anlegern. Auch sie müssen für ihr Verhalten kritisiert werden: Denn wer mehr als den Markt üblichen Zins für sein Sparguthaben haben will, muss hellhörig werden und die Dollarzeichen in den Augen nicht als freudiges Signal, sondern als Blendwerk verstehen. Sonst sieht er sein Geld nimmer wieder.

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