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Südwest Presse: Kommentar zur Sperrung Frings

    Ulm (ots) - Der Fußball-Weltverband Fifa präsentiert sich gerne als hochprofessionell geführtes, straff organisiertes Unternehmen. Alles andere als professionell ist jedoch, was die Disziplinarkommission der Fifa abgeliefert hat. Am Sonntag erklärte sie die Ermittlungen gegen deutsche Fußballspieler nach den Tumulten im Viertelfinale gegen Argentinien für beendet. Gestern sperrte sie jedoch wegen angeblich neuer Beweislage Torsten Frings für das heutige WM-Halbfinale gegen Italien. Natürlich hat Frings eine Dummheit begangen, als er sich offenbar provozieren und zu einer Tätlichkeit gegen Julio Cruz hinreißen ließ. Die belastenden Bilder von dieser Szene, die von dem offiziellen Fifa-TV-Produzenten stammen und auf denen sich das Urteil gründet, lagen allerdings bereits vor, als die Disziplinarkommission ihre Ermittlungen für beendet erklärt hatte. Deren Mitglieder haben also schlichtweg geschlafen und wurden erst aufgeweckt, als die Szenen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt wurden. Jetzt wird das ohnehin schon brisante WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Italien heute Abend noch zusätzlich belastet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Emotionen nicht allzu hoch kochen. Die Fifa-Verantwortlichen aber dürfen sich nicht beklagen, wenn sie im Stadion ausgepfiffen werden. Doch vielleicht erwacht spätestens dann der eine oder andere aus seinem Schlaf.

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