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Südwest Presse: Kommentar zu Bruno

    Ulm (ots) - "Bruno" ist tot. Statt in Freiheit leben zu können (optimal), in einem Tierpark sein zu müssen (weniger toll),  kommt der Braunbär, der für das bayerische Umweltministerium zum Problembären geworden war, nun in ein Museum. Erschossen. Ausgestopft. Tierschützer und "Bruno"-Fans sind - zu Recht - empört. Irgendwie ist das alles sehr, sehr eigenartig. Nur wenige Stunden, nachdem sich die erfolglosen finnischen Bärenjäger nebst ihren Hunden auf den Heimweg gemacht hatten und die Abschussgenehmigung für "Bruno" erteilt worden war, lag das zweijährige Tier schon erschossen auf der Kümpflalm am Spitzingsee. Der bayerische Bärenbeauftragte Manfred Wölfl - was macht der in Zukunft? - verweigert Angaben zum Todesschützen. Zu sehr wird die geballte Wut der Bevölkerung gefürchtet. "Bruno" hatte sich trickreich in die Herzen der meisten Deutschen gepirscht. Die große Mehrheit war gegen die tödlichen Schüsse. Natürlich wird vom Umweltministerium zu Recht auf die mögliche Gefahr für die Menschen durch den Braunbären, der zunächst so euphorisch begrüßt worden war, hingewiesen. Aber es ist kaum einzusehen, dass es nicht möglich war, eine andere als die finale Lösung zu finden. Die Schüsse sind ein Armutszeugnis. Da tröstet es nicht und klingt lächerlich, wenn aus dem Ministerium verlautet, "Bruno" sei schmerzlos erlegt worden.

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