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Südwest Presse: Kommentar zu Eon Ruhrgas

    Ulm (ots) - Mitten im Sommer steht Eon Ruhrgas im eisigen Gegenwind: Der größte deutsche Erdgaslieferant bezog vom Düsseldorfer Oberlandesgericht eine böse Abfuhr. Für Ulf Böge, den Präsidenten des Bundeskartellamtes, bedeutet die gestrige Entscheidung dagegen den maximalen Erfolg im Streit um die Laufzeiten der Lieferverträge mit Regionalversorgern oder Stadtwerken. Die Düsseldorfer Richter schreiben den Essenern knallhart das kleine Einmaleins des Wettbewerbs ins Stammbuch. Ungerührt teilen sie dem Energieriesen mit, dass Konkurrenz eben nicht nach den Regeln funktioniert, die sich ausgerechnet der Mächtigste am Energiemarkt zurechtgezimmert hat. Dabei hätte man sich in der Chefetage von Eon Ruhrgas diese Blamage leicht ersparen können. Es gab von vornherein nicht den geringsten Grund für die Vermutung, beim Gas würden sich die Gerichte anders entscheiden als beim Strom. Die Stromwirtschaft hat es seit Jahren schon Schwarz auf Weiß, dass extrem langfristige Lieferverträge wettbewerbswidrig sind. Obgleich die Düsseldorfer Richter die Verhältnisse am Gasmarkt eindrucksvoll zurechtgerückt haben, zeichnen sich für die Verbraucher keineswegs automatisch günstigere Gaspreise ab. Auch dem hiesigen Hauptlieferanten Gasversorgung Süddeutschland haben die Kartellwächter kurzfristige Verträge aufgezwungen. Die Gaspreise sanken trotzdem nicht.

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