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Südwest Presse: Kommentar zu Ehegattensplitting

    Ulm (ots) - Zumindest in der Union wird niemand Edmund Stoiber widersprechen, wenn er feststellt, die Ehe sei "ein Wert an sich". Stoibers Schlussfolgerung aber, diese Begründung rechtfertige das sture Festhalten an der steuerlichen Begünstigung auch kinderloser Ehen, wird auch in der CDU zunehmend in Frage gestellt. Nicht ohne Not: Sogar das Bundesverfassungsgericht hat immer wieder die bessere materielle Förderung von Familien gefordert. Doch schon für bessere Betreuungsangebote, die jungen Frauen die Entscheidung für ein Baby leichter machten, weil sich Elternpflichten dann leichter mit Berufsambitionen vereinbaren ließen, fehlt es überall an Geld. Komisch, dass manchen, die an der materiellen Förderung auch kinderloser Ehen mit Zähnen und Klauen festhalten, an dieser Stelle immer die immateriellen Freuden des Kindersegens einfallen. Gleichwohl haben die Christdemokraten, die das herkömmliche Ehegattensplitting neu regeln wollen, politisch noch dicke Bretter zu bohren. Denn eine solche grundlegende Reform lässt sich nur mit großer Mehrheit durchsetzen, selbst wenn sie ohne Grundgesetzänderung vollzogen werden könnte. Doch nicht nur in der CSU, auch in der SPD verfügen die Verteidiger des lange Bewährten noch über starke Bastionen. Und auch wir Steuerzahler haben allen Anlass zur Sorge, dass von jedem Euro, der Ehepaaren ohne Kinder mehr abgeknöpft wird, am Ende doch wieder ein guter Teil in der Staatskasse verschwindet.

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