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Südwest Presse: Kommentar zu Geldpolitik

    Ulm (ots) - Wirklich teuer ist das Geld in Euroland auch nach der dritten Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) innerhalb von sechs Monaten nicht . Damit wollte der Währungshüter die Inflation bremsen und die Preisstabilität wahren. Das ändert freilich nichts daran, dass der erwartete Zinsschritt viele Fragen aufwirft: Ist die Wirtschaft in Euroland und auch in Deutschland schon wieder so in Fahrt, dass man auf die Bremse treten muss? Tritt die EZB möglicherweise auf ein zartes Pflänzchen? Und stoppt sie die zögerliche Erholung auf dem Arbeitsmarkt? Wirklich überzeugen kann EZB-Chef Jean-Claude Trichet mit seiner Begründung für die geldpolitischen Bremsmanöver nicht, die er und seine Kollegen bis Ende des Jahres offenbar noch zwei Mal wiederholen und den Leitzins damit auf 3,25 Prozent hochfahren wollen. Schließlich sagen seine Volkswirte für 2007 ein schwächeres Wachstum und auch eine niedrigere Inflationsrate voraus. Gefahren für die Preissteigerung sollten zwar im Keim erstickt werden. Aber auch Übertreibungen sind wenig förderlich. Die Talfahrt an den Aktienmärkten ist ein Signal für einen rapiden Stimmungswandel. Der kann leicht auch auf Unternehmen und Verbraucher überschwappen, zumal die EZB den Euro weiter verteuert und damit das wichtige Exportgeschäft in den Dollarraum erschwert. Mehr Gelassenheit im EZB-Rat wäre angebracht.

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