Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur großen Koaltion

    Ulm (ots) - Wenn man bedenkt, mit welchem Anspruch die große Koalition angetreten ist, dann sind die bisherigen Erfolge eher enttäuschend. Wer dazu auf das Arbeitsprogramm blickt, das sich Union und SPD bis zum Beginn der Sommerpause vorgenommen haben, kann verstehen, weshalb die Nervosität im Regierungslager steigt. Schließlich sollen innerhalb der nächsten fünf Wochen die ehrgeizigsten Reformen in trockene Tücher kommen, die sich Schwarz-Rot vorgenommen hat - von Föderalismus über Gesundheit bis zu Unternehmenssteuern. Das wird in einem zunehmend gereizten Klima nicht funktionieren. Ob Angela Merkel sich dessen ausreichend bewusst ist? Es fällt auf, dass sich die Kanzlerin öffentlich nicht zu den Unstimmigkeiten in der Koalition äußert. Wo sie innerhalb der CDU auf Kritik trifft, wirkt die Parteivorsitzende eher defensiv als kämpferisch. Die eigenen Ministerpräsidenten lässt sie gegen die SPD sticheln. Der mosernden CSU fällt sie schon gar nicht ins Wort. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Immerhin macht der Vizekanzler aus seinem Herzen keine Mördergrube. Was Franz Müntefering als Donnergrollen wahrnimmt, sind in Wahrheit erste Vorboten einer handfesten Beziehungskrise. Nun wird immer klarer: Das Hochzeitsfoto, auf dem die frisch gebackenen Koalitionäre Merkel und Müntefering vor Monaten so zuversichtlich strahlten, sagte herzlich wenig über die Erfolgsaussichten dieser schwierigen politischen Ehe aus.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: