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Südwest Presse: Kommentar zu IBM

    Ulm (ots) - Beim Computer-Riesen IBM weht ein eisiger Wind. Der Betriebsrat weigert sich, über Kürzungen der betrieblichen Altersversorgung zu verhandeln. Die von der US-Konzernzentrale verlangten Einsparungen von 50 Millionen Euro seien nicht gerechtfertigt, begründet er seine Haltung. Da Deutschland-Chef Johann Weihen aber auf das Votum der Arbeitnehmervertreter angewiesen ist, dreht er an einer anderen Stellschraube: dem Urlaubsgeld. Dieses massive Vorgehen, bevor die Gespräche über Einsparungen begonnen haben, lässt tief blicken. Entweder ist der Druck aus den USA so groß, dass Weihen der Konzern-Zentrale baldigen Einspar-Erfolg melden will. Oder die Strafaktion soll die Härte des Unternehmens und die Aussichtslosigkeit einer Blockade-Haltung demonstrieren. Beides wäre nicht gerechtfertigt. IBM hat die Zahl der deutschen Mitarbeiter von 25 000 auf 22 000 abgebaut. Laut Gewerkschaft haben die Beschäftigten 2004 die letzte Gehaltserhöhung bekommen. Der Konzern steht wirtschaftlich gut da und schreibt 6,5 Milliarden Euro Gewinn; exakte Deutschland-Zahlen werden nicht genannt. Die Altersversorgung umzubauen, weil die Lebenserwartung der Mitarbeiter steigt, ist sinnvoll. Aber auch andere Unternehmen haben mit einer veränderten Demographie zu kämpfen. Brachiale Gewalt könnte die Situation aber eskalieren lassen.

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