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Südwest Presse: Kommentar zum G 8
Urteil

    Ulm (ots) - Dieses Urteil war absehbar und ist in sich stimmig: Niemand konnte allen Ernstes annehmen, dass die Einführung des achtjährigen Gymnasiums in Bayern gegen die Grundrechte von Eltern und Schülern verstößt. Vermutlich war es auch eher der Zorn, der den klagenden Vater getrieben hat. Zorn darüber, dass hier die Politik im Hauruck-Verfahren und höchst arrogant über die Köpfe aller Beteiligten hinweg Fakten geschaffen hat. Ähnlich schlecht vorbereitet wie die damalige bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier, die ihre Kinder lieber auf eine Privatschule schickte, setzte auch Ex-Kultusministerin Annette Schavan in Baden-Württemberg das G 8 durch, das an und für sich sinnvoll ist. Doch Kritik, Wünsche und Anregungen von Eltern und Lehrern wurden ignoriert, was sich spürbar im Ergebnis der Schulreform niederschlug. Darunter hatten vor allem die Schüler zu leiden, sodass ihre Eltern Druck machten. In beiden Ländern wurde nachgebessert - mit eher kümmerlichem Resultat. Dies geschah vor allem, um den Ärger der Mütter und Väter ein wenig zu dämpfen und nicht, weil die zuständigen Politiker eingesehen oder gar eingestanden hätten, Fehler gemacht zu haben. Hinter der Popularklage des bayerischen Vaters steckt also auch eine Portion Politikverdrossenheit. Es ist zu befürchten, dass dies die Verantwortlichen auch in Zukunft nicht scheren wird.

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