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Südwest Presse: Kommentar zu Märklin

    Ulm (ots) - Leicht haben es sich die 22 Gesellschafter des Traditionsunternehmens Märklin nicht gemacht. Seit fünf Monaten haben sie mit dem britischen Investor Kingsbridge verhandelt, gestern machten auch Claudius und Peter Märklin sowie Dieter Stradinger den Weg zum Verkauf frei. Gerade die drei Vertreter des Märklin-Familienstamms hatten lange gepokert. Dabei schien nicht immer die Sorge um das Unternehmen und die  Mitarbeiter im Vordergrund zu stehen. Letztlich hatten die 22 Gesellschafter aber keine andere Wahl, die Alternative zum Verkauf hieß: Insolvenz und Verlust ihres in Märklin angelegten Vermögens. Denn der Modellbahnhersteller ist ein Sanierungsfall. Märklins Retter ist nun ausgerechnet eine so genannte Heuschrecke. Doch Kingsbridge wird das Unternehmen nicht ausschlachten. Das entspricht nicht der Anlage-Philosophie der Briten, die mit frischem Geld die Göppinger voranbringen wollen. Auch eignet sich Märklin dafür nicht, weil es ein hochspezialisiertes Unternehmen ist. Das Potenzial von Märklin steckt in der Marke. Um diese in fünf Jahren mit Gewinn zu verkaufen, wird Kingsbridge wohl den Vertrieb verstärken, das breite Produktprogramm straffen und die Produktion auf weniger Standorte konzentrieren. Damit werden weitere Stellen wegfallen. Ein Trost für die Mitarbeiter in Göppingen: Auf ihr geballtes Know-How kann Märklin nicht verzichten.

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