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Südwest Presse: Kommentar zu Karstadt-Quelle

    Ulm (ots) - Wenn Aktionärsvertreter gestern den emsigen Karstadt-Chef Thomas Middelhoff dafür tadelten, dass er seinen Coup - den Verkauf der konzerneigenen Immobilien - nicht den Anlegern zur gnädigen Prüfung vorgelegt hat, dann ist das pflichtschuldige Standesverärgerung und sonst gar nichts. Nein, der Verkauf war nichts anderes als ein moderner Weg, sich zu entschulden. Man holte sich mit den Investmentbankern von Goldman Sachs einen Investor ins Boot, der mit seinem Geld erst dem wankenden Warenhauskonzern wieder festen Boden unter die Füße schob. Jetzt erst kann sich das Unternehmen auf das operative Geschäft konzentrieren. Und nur hier wird die Sanierung des Handelskonzern gelingen - oder eben scheitern. Die Weichen dafür werden in diesem Jahr gestellt. Für eine Prognose ist es zu früh. Die Zahlen des ersten Quartals, die Middelhoff gestern präsentierte, werden die Skeptiker nicht besänftigen. Noch trauen die Experten dem Karstadt-Chef zu, dass er nach den ersten Erfolgen bei der Neuausrichtung auf künftig Kurs halten und Wachstum in den Kerngeschäftsfeldern Warenhaus, Versandhandel und Touristik ankurbeln wird - auch mittels Übernahmen. Doch allzu viel Zeit bis dahin darf nicht mehr verstreichen. Denn sonst wird das Unternehmen zwar, wie geplant, einen neuen Namen, aber die alten Probleme haben.

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