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Südwest Presse: Kommentar zur Geiselbefreiung

    Ulm (ots) - Was immer die beiden deutschen Geiseln an ihrer eigenen Sicherheit vernachlässigt haben - es spielt jetzt keine Rolle mehr. Sie sind frei, nach 14 Wochen entbehrungsreicher Haft in den Händen womöglich mehrerer Entführerbanden im Irak. Was zu ihrer Freilassung letztendlich beigetragen hat, ob Lösegeld gezahlt wurde oder ein politischer Zufall mitgespielt hat - wir werden es wohl nie erfahren. Denn es gehört zu den eisernen Regeln des Krisenmanagements, Lösegeldzahlungen nie zuzugeben. Dies würde potenzielle Entführer nur anreizen, sich Geld aus den reichen Industriestaaten zu beschaffen. Allerdings sollte die deutsche Industrie auch Lehren aus dieser Entführung ziehen. Ein Sicherheitstraining von im Irak erfahrenen Leuten gehört gewiss dazu. René Bräunlich und Thomas Nitzschke waren zwar Gegner des Irak-Kriegs und wollten dem Land beim Wiederaufbau helfen. Aber das hat die Welt erst erfahren, nachdem sie entführt worden waren. Und sie haben den Fehler begangen, in einer irakischen Kaserne zu übernachten und drei Tage lang den gleichen und einfachsten Weg zur Arbeit zu wählen. Das hat den Entführern ihr Geschäft erleichtert. Gewiss, auch das beste Sicherheitstraining wird nie verhindern können, dass die deutsche Wiederaufbauhilfe unter solchen Zwischenfällen leidet. Man kann das Risiko nie ausschließen, aber vermindern lässt es sich schon.

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