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Südwest Presse: Kommentar zum "Bündnis für Erziehung"

    Ulm (ots) - Dass christliche Werte, allen voran die zehn Gebote, eine gute Basis für jede Erziehung sind, lässt sich nicht bestreiten. Wenn Kinder frühzeitig lernen, dass jeder Mensch mit Respekt und Aufrichtigkeit zu behandeln ist, dass Regeln und Grenzen einzuhalten sind, werden sie selbst und die Gemeinschaft davon profitieren. Doch ein Monopol der Kirchen bei der Vermittlung von Werten kann und darf es in Deutschland nicht geben. Daher war es ein Fehler der Familienministerin, ihr "Bündnis für Erziehung" nur mit Vertretern von Katholiken und Protestanten aus der Taufe zu heben. Das allgemein beklagte Defizit an Orientierung und Verlässlichkeit, an Zuwendung und Perspektive für Kinder und Jugendliche lässt sich gewiss nicht beheben, wenn man wichtige gesellschaftliche Gruppen ausschließt, statt eine Kooperation mit möglichst vielen Partnern anzustreben. So aber hat Ursula von der Leyen ein lobenswertes Anliegen unnötigerweise angreifbar gemacht. Überhaupt lässt sich nicht behaupten, dass die CDU-Politikerin mit einem überzeugenden Konzept zur Durchsetzung von Werten in der frühkindlichen Erziehung aufwartet. Ihr Projekt trägt eher Züge von politischem Aktionismus. Das ist besonders deshalb schade, weil die negativen Folgen fehlender Vorbilder oder aussterbender Tugenden für jeden täglich zu besichtigen sind. In der Verantwortung stehen wir freilich alle, nicht nur Staat und Kirchen.

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