Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Gasmarkt

    Ulm (ots) - Für die Gasversorger wird es langsam ungemütlich. Vor Gericht weht ihnen der Wind ins Gesicht. Die Richter vor Ort nähern sich der Preispolitik der Branche mit immer spitzeren Fingern. Die Zeiten gehen zu Ende, in denen die Gaslieferanten ihrer Kundschaft mit dem schlichten Verweis auf steigende Erdölnotierungen und die Preisbindung zwischen Öl und Gas Tariferhöhungen im Vorbeigehen mitteilen konnten. Das ist gut so. Denn wo es für die Verbraucher keine auch nur ansatzweise erfolgversprechende Möglichkeit gibt, sich den günstigsten auszusuchen, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als per Gerichtsbeschluss Kostentransparenz zu erzwingen, die in einem funktionierenden Markt der Wettbewerbsdruck erzeugen würde. So erfreulich die jüngsten Erfolge von Verbraucherschützern vor Gerich sind, zu vorschneller Euphorie besteht dennoch klein Anlass. Dazu wäre es selbst dann noch zu früh, wenn im wichtigsten Verfahren gegen Eon in Hamburg bereits ein Urteil vorläge, das den Marktführer zur detaillierten Veröffentlichung seiner Preiskalkulation zwingen würde. Damit es tatsächlich so weit kommt, wird es am Ende höchstrichterlicher Urteile bedürfen und das wird dauern. Und auch dann zieht Kostentransparenz allein noch keine günstigeren Preise nach sich. Dazu müsste dann schon auch noch richtiger Wettbewerb hinzukommen.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: