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Südwest Presse: Kommentar zu Tarifkonflikt

    Ulm (ots) - Man sollte sich über das übliche Ritual von Tarifauseinandersetzungen nicht über Gebühr erregen. Es zählt eben zur Dramaturgie, dass die Gewerkschaft ihre Gefolgschaft mit Geldforderungen immer noch am besten mobilisieren kann. Das ist im ersten Akt auch geschehen: Fünf Prozent will die IG Metall - und weiß, dass dies völlig unrealistisch ist. Akt zwei war die Empörung darüber, dass die Arbeitgeber kein konkretes Angebot vorlegen, sondern lieber ein Gesamtpaket verabschieden wollten, das neben Lohnprozenten auch beispielsweise Laufzeit, Weihnachtsgeld, Einstiegstarife, Einmalzahlungen oder betriebliche Differenzierungen umfassen könnte. Der dritte Akt war nach dem öffentlichkeitswirksamen Anlaufen von Warnstreiks vorhersehbar: Die Arbeitgeber nennen mit 1,2 Prozent eine Zahl, die gleichfalls unrealistisch ist. Klar, dass nun wieder die Empörung der Gewerkschaft folgen musste. Die weitere Inszenierung verlangt, dass der Spannungsbogen mit verschärften Warnstreiks aufgebaut wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten beide Seiten aber das Theaterstück auf ein baldiges Ende hinsteuern. Wie das aussehen könnte, scheint im Moment noch völlig offen zu sein. Der tabellenwirksame Lohnanstieg sollte jedenfalls nicht allzu weit über 2 Prozent hinaus gehen. Denn sonst werden Arbeitsplätze wegfallen. Und das wäre dann tatsächlich ein Drama.

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