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Südwest Presse: Kommentar zu EADS
Daimler- Chrysler

    Ulm (ots) - Es scheint, als wolle Dieter Zetsche bei Daimler-Chrysler keinen Stein auf dem anderen lassen. Seit der 52-Jährige auf dem Chefsessel Platz genommen hat, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Zetsche krempelt Smart um, Zetsche strukturiert die Führungsebenen neu, Zetsche kappt die Kosten und stellt Tausende von Arbeitsplätze zur Diskussion, Zetsche verlegt die Konzernzentrale nach Untertürkheim - der Mann legt ein so gewaltiges Tempo an den Tag, dass manchen auf Möhringens Höhen ganz schwindelig werden dürfte. Jetzt, gerade einmal 100 Tage nach seinem offiziellen Amtsantritt, läutet der Neue an der Spitze des Konzerns den Ausstieg bei EADS ein und macht damit auch dem Letzten im Hause mit dem Stern deutlich, dass es ihm mit der Konzentration auf den Automobilbau Ernst ist. Daran ändert auch die Aussage nichts, dass die Stuttgarter "wesentlicher Anteilseigner" bleiben wollen. Dies dient wohl eher zur Beruhigung der Aktionäre und soll vor allem Zeit schaffen, um einen geordneten Rückzug bei EADS zu ermöglichen. Denn der Luft- und Raumfahrtkonzern ist nicht nur ein unternehmerisches, sondern viel mehr noch ein politisches Gebilde, bei dem Deutsche und Franzosen misstrauisch das Verhalten des jeweils anderen beäugen. Daimler-Chrysler wird unter Zetsche auf seine Wurzeln zurückgeführt - raffiniert, radikal und rasend schnell.

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