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Südwest Presse: Kommentar zu Deutsche Bahn

    Ulm (ots) - Wenn man Deutschlands obersten Lokführer Hartmut Mehdorn hört, dann gewinnt die Deutsche Bahn immer mehr an Fahrt: Der Umsatz steigt, der Gewinn noch stärker. Das Staatsunternehmen kann seinen Marktanteil am Personen- und am Güterverkehr laufend steigern. Also kann er als Krönung seiner Sanierungsarbeit - und als Abschluss seiner Karriere - den Konzern in zwei Jahren an die Börse fahren. Doch ganz so prächtig, wie Mehdorn den Anschein erweckt, sind die Lage und die Aussichten der Bahn nicht. Der Fern- und der Güterverkehr sind gerade mal mit Mühe über die Gewinnschwelle gefahren. Sehr viel verdient wird da nicht. Gerade die Logistiksparte ist sehr konjunkturanfällig und hart umkämpft. Die prächtigste Gewinnquelle, der Nahverkehr, droht zu versiegen. Denn der Bund will seine Zuschüsse an die Länder kürzen, mit denen diese Züge bestellen. Zudem verliert die Bahn immer häufiger Ausschreibungen an Konkurrenten. Zweifellos hätte der Börsengang für die Bahn viele Vorteile. Die Zuschüsse des Bundes drohen immer kleiner zu werden, also braucht sie den Zugang zum Kapitalmarkt. Zudem bremst sie häufig der Einfluss der Politik. Doch Mehdorn wird Investoren überzeugendere Perspektiven bieten müssen. Nur schöne Reden werden große Kapitalanleger nicht überzeugen. Dabei darf er die Bürger nicht vernachlässigen. Denn sie sind seine Kunden.

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