Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur Bundesbank

    Ulm (ots) - Die Bundesbank bereitet dem Finanzminister wieder Freude. Fast drei Milliarden Euro überweist die deutsche Notenbank für 2005 nach Berlin. Vor einem Jahr waren es nur gut ein Fünftel und auch nur deshalb, weil die Bundesbank Rückstellungen für alte DM-Banknoten auflöste. Wirklich zufrieden mit der Bundesbank ist Finanzminister Peer Steinbrück trotzdem nicht. Die Notenbank könnte erheblich mehr Gewinn einfahren. Zwar müht sie sich erkennbar, effizienter zu arbeiten und die Kosten zu drücken. Sichtbarstes Zeichen ist der Stellenabbau, der auch in den nächsten Jahren weitergehen muss. Immer noch hat die Bundesbank zu viel Personal an Bord, zieht zudem auf fragwürdige Weise Aufgaben an sich, die private Unternehmen - etwa in der Geldbearbeitung - mindestens ebenso gut erledigen können. Vor allem aber klammern sich die Notenbanker fast starrsinnig an den weltweit zweitgrößten Goldschatz, der für die Sicherung der Geldwertstabilität nach Meinung von Experten längst überflüssig ist und derzeit keinen Cent Ertrag bringt. Nicht einmal den Spielraum für begrenzte Verkäufe nutzt die Bank aus. Auch sieben Jahre, nachdem sie ihre geldpolitische Kompetenz an die Europäische Zentralbank abgetreten hat, ringt die Bundesbank mit ihrem Bedeutungsverlust. Ihr Präsident, Axel Weber, hat noch kein Rezept gefunden, wie die Sinnkrise überwunden werden kann.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: