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Südwest Presse: Kommentar zum Tarifkonflikt

    Ulm (ots) - Politik, auch Tarifpolitik, ist die Kunst des Machbaren. Im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten haben sich die kommunalen Verhandlungsparteien in Niedersachsen jetzt durchaus als kunstvoll erwiesen. Sie haben differenzierte Lösungen für die Arbeitszeitverlängerung gefunden, die Werktätige in Knochenjobs verschonen. Sie haben ein paar alte Zöpfe gekappt, nämlich freie Tage an Heiligabend und Silvester. Und sie haben eine bemerkenswerte Form von "zweckgebundener Arbeitszeitverlängerung" beschlossen, die uns, den Kunden des öffentlichen Dienstes, zugute kommen wird. Denn die nicht vergüteten Fortbildungstage, die für Müllwerker wie für Kinderbetreuer zur Pflicht werden, steigern die Qualität ihrer Arbeit. Die baden-württembergischen Tarifparteien werden den Kompromiss interessiert studieren und eigene, ebenso kreative Lösungen finden. So war in den diversen Sondierungsrunden bereits von Übernahmegarantien für Auszubildende die Rede und von nach Altersstufen differenzierter Arbeitszeit. Die beiden gefundenen Schlichter stehen dafür, dass es auch im Südwesten gelingen wird, einen auf die Gegebenheiten hier zugeschnittenen Kompromiss zu finden. Und mit jeder kommunalen Einigung wächst dann der Druck auf die Verhandlungsführer für die Länderebene, sich eher am Machbaren denn am Wünschenswerten zu orientieren.

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