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Südwest Presse: Kommentar zu Pharmaunternehmen
Merck

    Ulm (ots) - Der Plan hat Charme: Merck schluckt Schering - und aus zwei mittelgroßen Pharmaunternehmen entsteht ein schlagkräftiger Konzern, der sich in der kapital- und forschungsintensiven Branche weltweit behaupten kann. Angesichts des Konzentrationsprozesses in anderen Ländern, wäre eine Konsolidierung der deutschen Branche dringend nötig.  Bei näherem Betrachten ergeben sich aber gehörige Zweifel an dem Vorgehen. Denn Merck und Schering passen nicht zusammen. Der hochprofitable Darmstädter Mischkonzern verfügt über einen Bauchladen an Produkten und profitiert bisher noch vor allem von der Flüssigkristall-Produktion für Flachbildschirme. Überschneidungen in den Geschäftsfeldern mit Schering gibt es nur wenige. Da erstaunt es, wie Merck-Chef Michael Römer Kostensynergien von 500 Millionen Euro erzielen will. Auch ist er gestern eine Strategie für ein fusioniertes Unternehmen schuldig geblieben. Tatsache ist jedoch, dass beide Konzerne in Sachen Forschung und neue Medikamente nicht zu den Branchenführern gehören. In dieser Situation führt Größe nicht zu mehr Stärke. Zwar schoss der Schering-Kurs an der Börse in die Höhe. Doch das sind riskante Spekulationen darauf, dass die feindliche Übernahme für Merck teurer ausfällt als geplant. Das mag sich der Konzern leisten können, aber die industrielle Logik des Zukaufs wird dadurch nicht ersichtlicher.

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