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Südwest Presse: Kommentar zu Volkswagen

    Ulm (ots) - So schnell gibt Bernd Pischetsrieder nicht klein bei. Auf der Bilanzpressekonferenz zeigte er sich gestern kämpferisch - und bekam Rückenwind von überraschend guten Verkaufszahlen in den beiden ersten Monaten 2006. Dennoch bleibt seine Zukunft ungewiss, weil ihn Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf die Liste derer gesetzt hat, die seiner nicht mehr gerecht werden. Der Machtkampf an der Spitze des Volkswagen-Konzerns wird damit noch einige Wochen anhalten - bis spätestens 3. Mai, wenn die Aktionäre auf der Hauptversammlung Rechenschaft darüber haben wollen, wer denn nun das Sagen hat im Konzern. Und vor allem welche Probleme dringender gelöst werden müssen: Die der Marke VW oder die des früheren Chefs Piëch, der mit der Amtsführung seines Nachfolgers nicht mehr klar zu kommen glaubt. Damit wird das Spektakel öffentlich noch ein Weilchen ausgetragen, sicher nicht zum Nutzen des Konzerns und seiner Mitarbeiter. Doch das ist dem ehrgeizigen Chefkontrolleur wurscht, dessen Brillanz in Sachen Technik und Technologie seine Personalführung schon immer deutlich in den Schatten gestellt hat. Für Piëch geht es um Macht und Machterhalt, es geht um sein Lebenswerk und das der Familienstämme Porsche und Piëch, das er durch Pischetsrieder gefährdet sieht. Auf die Idee, dass er es möglicherweise selbst aufs Spiel setzt, ist er offenbar noch nicht gekommen.

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