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Südwest Presse: Kommentar zu Strafzölle

    Ulm (ots) - Der Liberalisierung des Welthandels, dessen wohlstandsschaffende Wirkung kaum ein Ökonom ernsthaft bezweifelt, hat derzeit einen schweren Stand. Das ist erst vor einigen Tagen beim Mini-Kompromiss mit der so genannten Dienstleistungsrichtlinie sichtbar geworden, welche die Schutzzäune zwischen den europäischen Staaten nicht nennenswert niedriger macht. Und das zeigt sich jetzt, da Brüssel Strafzölle auf billiges Schuhwerk aus Asien im Blick hat. Es mag ja sein, dass die Schuhproduzenten in China oder Vietnam staatliche Subventionen bekommen - gemessen an den Subventionen für die europäische Landwirtschaft werden sie jedoch nicht der Rede wert sein. Und natürlich werden überall dort, wo Besseres das Gute verdrängt, Arbeitsplätze wegfallen - um an anderer Stelle zu entstehen. Die europäische Schuhindustrie sieht sich der billigeren Konkurrenz aus Fernost gegenüber in der Defensive und will die Härte des Strukturwandels abgemildert haben. Die Strafzölle für die asiatischen Exporteure sind das Mittel dazu. Wenigstens sind sie zeitlich begrenzt. EU-Handelskommisar Peter Mandelson ist kein Protektionist. Aber er agiert nicht im politikfreien Raum. Auf Dauer wird sich aber auch hier wie in der Textilindustrie der Vorteil der internationalen Arbeitsteilung nicht verhindern lassen. Weil sie für den Verbraucher von Vorteil ist.

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