Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Mindestlohn

    Ulm (ots) - Sechs Euro in der Stunde sind in der SPD als Mindestlohn im Gespräch. Das ist viel Geld - und wenig. Auf dem flachen Land in Mecklenburg-Vorpommern wird man damit leichter über die Runden kommen als im besonders teuren Stuttgart. Bei einer 35- Stunden-Woche gibt das brutto etwa 880 Euro im Monat oder netto 700 Euro, kaum mehr als das Arbeitslosengeld II für einen Ledigen samt Wohnung. Bei 40 Stunden kommen in etwa 1000 Euro brutto oder 800 Euro netto heraus, schon deutlich mehr. Es ist interessant, dass gerade SPD-Politiker in ihren Rechnungen offenbar von der 40-Stunden-Woche als Normalfall ausgehen. Aber das ist eher ein Randaspekt. Viel wichtiger ist: Solche Zahlen zeigen, wie willkürlich jeder Mindestlohn ist, den Politiker für alle Branchen und für ganz Deutschland festlegen wollen. Was ist mit Jobs, die schlechter bezahlt werden? Sind sie dann unmoralisch? Sie dürften wohl kaum besser bezahlt werden, sondern ganz wegfallen - es sei denn, der Staat zahlt auf Dauer Zuschüsse. Letztlich führen SPD und Union eine Scheindiskussion: Durch das Arbeitslosengeld II gibt es längst einen Mindestlohn. Das sollten sie endlich zugeben und als Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen nehmen. Wenn sich der Staat stärker in den Arbeitsmarkt einmischt, kommen nicht mehr Jobs heraus. Es wird am Ende nur teuer, und zwar für den Steuerzahler.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: